Die Kunst in mir - Page 64

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entsprechend eine verdeckte Ermittlungs-Abteilung in Kraft gesetzt, doch derartige Folgen dieses gefährlichen Vorhabens sind mehr als abscheulich.«
Erklärte sehr vertrauensvoll ein Polizeipräsident.
»Das verstehe ich nicht … Herr Eris hat mich in diese Ermittlung eingeweiht. Er ist der Gerichtspräsident. «
Äußerte Robert sich dazu.
»Darum geht es, Herr Grimm. – Der Gerichtspräsident hat ausgerechnet Sie auf eine gefährliche polizeiliche Nachforschung entsandt, bei der nicht jeder Ermittler der Polizei damit einverstanden gewesen wäre. Sie wurden auf eine extrem gefährliche Mission geschickt, die ein hohes Risiko birgt, dabei selbst getötet zu werden. Einen gefährlichen Verbrecher quer durch die ganze Stadt zu suchen, und das ohne Waffe und Verstärkung, würde sogar einen Polizeihauptkommissar überfordern. Sie wurden gnadenlos von Herrn Eris missbraucht, weil ich stark davon ausgehe, dass es sich ruhmreich anhören würde: Ein Gericht hat, ohne jede polizeiliche Nachforschung, einen brandgefährlichen Verbrecher geschnappt. Somit waren Sie eine Marionette, die von dem Gerichtspräsidenten Herr Eris leistungsfähig ausgenutzt wurde. – Dennoch haben starken Mut bei der Ermittlung bewiesen, Herr Grimm!«
Sprach sehr seriös und vertrauenserweckend ein Polizeipräsident.
»Oh … Ich habe das getan, was sein musste.«
Teilte Robert mit, der mitfühlend an all die Begegnungen mit den anderen denkt.
»Das glaube ich Ihnen, Herr Grimm. – Doch ich kann Ihre Zukunft bei Herrn Eris ganz und gar nicht als wünschenswert einstufen, und bin aus den Ereignissen verpflichtet, Ihnen zu sagen, dass Sie Ihre berufsmäßigen Möglichkeiten durch andere Chancen ergreifen sollten. Und ich kann Ihren Mut durchaus in meiner Abteilung gebrauchen.«
Vermerkte positiv ein Polizeipräsident, der soeben Robert eine neue Arbeitsstelle vorgeschlagen hat.
»Wollen Sie mir Arbeit anbieten?«
Fragte ein wenig eingeschüchtert Robert, dessen Mut für die Anforderungen an einen Polizisten nicht ausreichen könnte.
»Ja! – Wer eine verdeckte Ermittlung ohne Unterstützung annimmt, besitzt eine anstandslose Tapferkeit, mit der nicht viele Polizisten ausgestattet sind. Wie Sie eben erwähnt hatten, arbeiten Sie für Herrn Eris, und wer unter Herrn Eris' Herrschaft steht, wird mit guten Referenzen und juristischen Kompetenzen ausgestattet sein. Als Polizeipräsident muss ich Arbeitsstellen mit Menschen besetzen, die sich für diese Bereiche als kompetent erwiesen haben. Auch die Tatsache, dass Sie noch jung sind, sehe ich als einen gravierenden Vorteil, der für eine langfristige Zusammenarbeit vonnöten ist. – Haben Sie eventuell Ihren Lebenslauf dabei? Oder Ihr Zeugnis? Auch eine alte Immatrikulations-Bescheinigung reicht vollkommen aus.«
Erfragte einnehmend ein Polizeipräsident, der sehen kann, wie entgegenkommend Robert in seine Hosentasche greift, wo das abgegriffene und mit vielen versehentlichen Fehlern versehene Schriftstück neben all den anderen Schätzen lauert. Doch das Greifen und Herausziehen lässt Robert lieber sein, denn diese ausgemachte und ausgereifte Vorfreude über eine neue Tätigkeit soll durch andere Informationen in Kraft treten.
»Nein, ich habe leider nichts bei mir.«
Antwortete umgänglich Robert.
»Das habe ich erwartet, Herr Grimm. – Wer läuft schon bei einer Ermittlung mit seinem Lebenslauf durch die Gegend. Auch, dass Herr Eris Sie mit einem amtlichen Ausweis ausgestattet hat, ist gegenüber den Regeln einer verdeckten Ermittlung gänzlich inkorrekt. Schließlich unterläuft eine polizeiliche Nachforschung eine Tarnung, deren Preisgabe in den seltensten Fällen gelüftet werden soll.«
Sagte vertrauenserweckend ein Polizeipräsident.
»Ich habe mich als Wächter beim Amtsgericht vorgestellt. – Die Menschen haben mir das geglaubt.«
Redete Robert.
»Ich glaube es Ihnen auch! – Sie haben eine erfrischende Ausstrahlung, die bei einer Ermittlung kaum den Verdacht erwecken würde, dass Sie ein Polizist sind. Solche Eigenschaften kann jeder verdeckte Ermittler gebrauchen. – Herr Grimm, wir machen es so: Wir werden gleich morgen ein Vorstellungsgespräch im Amtsgericht arrangieren, wo wir die möglichen Einsatzgebiete in unserer Abteilung unter vier Augen besprechen werden. Bitte bringen Sie alle wichtigen Dokumente und Urkunden zum Vorstellungsgespräch mit. Ich möchte auf dem Papier sehen, was für eine Vergangenheit Sie hinter sich haben.«
Schlug ein Polizeipräsident vor.
»Oh! Das freut mich! – Ich werde alles mitbringen, was ich über mich habe!«
Verkündete wahrlich erfreut Robert, der diese Chance auf eine berufliche Begegnung bei Ermittlungen mit anderen Menschen ergreifen möchte.
»Wie ich heiße, haben Sie nicht vergessen, oder?«
Erkundigte sich kurzerhand der Polizeipräsident.
»Nein, ich glaube, Sie hatten sich nicht vorgestellt.«
Vermerkte Robert.
»Das ist richtig, Herr Grimm. – Sie sind ein guter Zuhörer! Mein Name ist Hubert Schneider.«
Teilte der Polizeipräsident, der Hubert Schneider heißt, mit.
»Den Namen kann ich mir leicht merken!«
Äußerte Robert sich dazu, der wahrlich diesen Namen auf seinem Lebenslauf notieren möchte.
»Wann sehen wir uns morgen?«
Fragte rasch der Polizeipräsident.
»Oh … Ich habe die Uhrzeit vergessen. – Um wie viel Uhr sehen wir uns im Amtsgericht?«
Sprach grüblerisch Robert.
»Den genauen Termin für das Vorstellungsgespräch hatten wir nicht ausgemacht. – Ich hätte exakt um 15:00 Uhr für Sie Zeit. Passt Ihnen das?«
Schilderte geschäftig Hubert Schneider.
»Das passt! – Ich werde auf Sie warten!«
Versprach begeistert Robert.
»Gut, das freut mich. – Ach, Herr Grimm! Könnten Sie diese Briefe im Amtsgericht vorbeibringen. Ich weiß, dass sich das Gericht gleich neben der Polizeistelle befindet. – In letzter Zeit erhalten wir häufig Beschwerden über verlorene Briefe. Manche Briefzusteller werden bei ihrer Arbeit ohne Skrupel ausgeraubt, und als Ermitller fragt man sich: Für welchen Zweck braucht ein Täter so viele Briefe? Wenn Sie sich bei dem anstehenden Vorstellungsgespräch gut anstellen, so können Sie in diesem Diebstahlsfall die Ermittlungen aufnehmen.«
Schlug Hubert Schneider vor, der Robert Unmengen an Briefen über den Tisch schiebt.
»Das klingt toll! – Diesen Fall kann ich gerne übernehmen.«
Äußerte sich Robert tatsächlich interessiert daran.
»Das höre ich gerne, Herr Grimm! – Wir sehen uns morgen um 15:00 Uhr!«
Vermerkte ein Polizeipräsident, der durch die präsente Ansage seiner Ankündigung Roberts Gehen beschleunigen möchte, und kundig möchte Robert den Auftrag umsetzen und die Briefe zum Amtsgericht tragen.
»Herr Grimm! – Es ist Ihnen sicherlich bekannt, dass Ihre Ermittlungen völlig sinnlos waren? Haben Sie wenigstens etwas auf der Reise gelernt?«
Fragte besinnlich und gedankenvoll der Polizeipräsident, der Roberts Gedanken über all die Fragen aus dem Jobcenter-Eignungstest trotz seines Scharfsinns nicht erahnen kann.
»O ja! – Ich habe an diesem Tag viele Sachen gelernt und erlebt!«
Antwortete Robert unbestreitbar mit einer Wahrheit, die wahrhaftig viele Fragen aus dem Jobcenter-Eignungstest mit richtigen Antworten ausgefüllt hat.
»Gut, Herr Grimm! – Wir sehen uns morgen!«
Verkündete der Polizeipräsident, der auf seinem Stuhl sitzen bleibt. Robert bleiben die Briefe, mit denen er die Polizeidienststelle verlässt, um sie quasi als stellvertretender Briefträger als Post

Lektor: Axel C. Englert

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