Stadtgedichte ✓ Gedichte über die Stadt oder das Leben in ihr

Bild einer Brücke zur Stadt

Schon Theodor Storm schrieb in seinem Gedicht "Die Stadt" (damit gemeint war seine Heimatstadt Husum) von einem Ort, der - trist, grau, ohne Wald - dennoch ein Platz ist, an dem Herzen und Erinnerungen hängen. In diesen Gedichten können Sie „Geschichten" darüber lesen.

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die schönsten Stadtgedichte
von Susanna Ka
von Axel C. Englert
von marie mehrfeld
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von Susanna Ka

Die alte Stadt am Festland,
enge Gassen
und historische Häuserreihen.

Im Sommer ist es dort heiß wie in einem Backofen.
Die Hitze staut sich zwischen den alten Mauern,
das Kopfsteinpflaster glüht.

Im Winter…

von Axel C. Englert

Eine Gegend (sie war ländlich)
Fand jenen Zustand einfach schändlich:
Ich will ENDLICH in die STADT!
Denn DA findet das Leben statt …

Ein Taxi schien ihr viel zu klein:
Das müssten wohl ZWEI Taxis sein …
Drum…

von Angélique Duvier

Motor brummt, Asphalt wird brüchig,
der Weg vom Hof auf die Straße,
leergefegt die Gärten und Wege,
graue Flächen aus Beton.
Gurrende Tauben auf den Dächern.
Schattenhafte Baumfiguren
zaubert das…

von marie mehrfeld

Neonreklame des Hotels am anderen Mainufer blinkt rhythmisch grellgrün, ein bärtiger Alter mit räudigem leinenlosen Hund hinkt mit abgewandtem Blick über die Straße, der Mercedes bremst quietschend in letzter Sekunde,

einzelne…

von Willi Grigor

Es war eine Reise, ein weilendes Schauen,
die Busfahrt durch Buschland und Trockengras ging.
Wir schwebten, begleitet vom Himmel, dem blauen,
am wartenden Ziel uns die Hauptstadt empfing.

Canberra, dich bauten schwer…

von Perdita Klimeck

müde kreist der tag um autolichter
menschen werden aus dem kaufhaus ausgegossen
der verkehr wird langsam etwas dichter
das bürogebäude links wird abgeschlossen

aktentaschen klemmen unter armen
unter stöckelschuhen…

Rezitation:
Sprecher: Walter Zeis
von Volker Harmgardt

D u n k e l b l a u e s L i c h t,
starker Wind über bleicher Stadt -
die Krähen schreien.

von Kurt Tucholsky

Von Theobald Tiger
(Anmerkung Redaktion: Pseudonym von Kurt Tucholsky)

Ich stehe hier am Leipziger Platz
wohl hinter meinem Kasten.
Wer mich in Feldgrau sieht, den hats
bedrückt mir schweren Lasten.
Seht auch…

von Corinna Herntier

Die schweren Schritte schlurfen langsam
mit Mühe über den Asphalt.
Die Frau - so müde und so schwächlich,
ist ungepflegt und schon sehr alt.

Die weißen Haare stumpf und schütter,
das Angesicht zerfurcht und grau.…

von Kurt Tucholsky

von Theobald Tiger
(Anmerkung Redaktion: Pseudonym von Kurt Tucholsky)

Steht dir der Sinn nach Liebe in den Orten
Westend bis Cöpenick:
dann senk den Blick
und unterscheide im Objekte die drei Sorten:

Da gibt…

von Perdita Klimeck

die stadt zählt
ihre letzten schatten

noch klopft das leben
im roten wein
betonherzen bröckeln
und faseln von liebe

der clown am nebentisch
verschenkt sein lachen -
nur nicht alleinsein
wenn…

von Kurt Tucholsky

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
Mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer…

von Perdita Klimeck

kräne säumen den rand
stahlköpfe, die ihr haupt neigen
manchmal, für dich
oder die dirne dort hinten im wagen

container leuchten schmutz
in blau und gelb
wie reifer weizen, denkst du
und erinnerst dich…

von Soléa P.

Um den Finger wickeln wirst du deine Gäste
das ist, was ich so sehr an dir schätze.

Still und leis` nahm dein Charme mich gefangen
als über den Boulevard mit den alten Fassaden ich bin gegangen.

Deine Cafés sind von…

von Soléa P.

Guten Morgen Sonnenschein
der Appetit ist groß
zum Ausflug lädt das Wetter ein
nur`s Breakfast leider, schmeckt nicht famos.

Die Toastscheibe ist weiß wie ich
und Beans in roter Soße schwimmen
der Hunger…

von Rainer Maria Rilke

Im alten Hause; vor mir frei
seh ich ganz Prag in weiter Runde;
tief unten geht die Dämmerstunde
mit lautlos leisem Schritt vorbei.

Die Stadt verschwimmt wie hinter Glas.
Nur hoch, wie ein behelmter Hüne,
ragt…

von ulli nass

in vielen Städten dieser Welt
da bin ich nie gewesen -

doch in Lissabon -
da war ich schon

fuhr auf dem Tejo
fühlte mich so
als hätte ich immer dort gelebt
und mein ganzes Wesen, es strebt . . .

von marie mehrfeld

U-Bahn Türen schließen sich zischend,
danach einige Minuten Stille auf den Bahnsteigen
um halb drei Uhr nachts.

Die Rolltreppe aufwärts, sie rattert.
Straßenbeleuchtung spiegelt sich in dem regennassen Asphalt.

von Brigitta Wullenweber

geflüsterte schreie
rempeln drängend
gegen längst verplombte herzen

blau gepresste münder
schweigen ohrenbetäubend
in nahezu verlassenen leibern

beine schleichen kopflos
durch ebenfalls resignierte…

von Annelie Kelch

L'aprés-midi était absolutment parfait.
Le ciel était bleu comme un myosotis.
J' aime cette atmosphère, ce petit univers
dans la ville - où les femmes au foyer se détendent.

Je ne l'ai pas comptée.
Ce sont des…

von Johann Wolfgang von Goethe

Donnerstag nach Belvedere,
Freitag gehts nach Jena fort;
Denn das ist, bei meiner Ehre,
Doch ein allerliebster Ort!
Samstag ists, worauf wir zielen,
Sonntag rutscht man auf das Land;
Zwätzen, Burgau,…

von Edgar Allan Poe

Das ist des Todes Residenz,
Diese seltsame Stadt im fernen Westen.
Hier thront er und erteilt Audienz
Den Bösen und Guten, den Schlimmsten und Besten.
Hier stehen mächtige Säulenhallen
(Zermorschtes Gemäuer, das…

von Kurt Tucholsky

Wenn aus den Löchern und aus den Kaschemmen
Gesichter steigen, die man niemals sah –
wenn Spezialisten ganze Schränke klemmen,
wenn aus dem Skatvereine kommt Papa –
wenn jene Mädchen mit dem falschen Busen
von einem…

von Axel C. Englert

Schiebt eine Scheibe durch die Stadt –
Schon sind die Passanten platt!
Jene Scheibe war aus Glas –
Wobei sie gut 3 Meter maß …

Zum Spaziergang braucht es Beine,
Unsre Scheibe hatte keine:
Daher rutsch ich! Auf…

von D.R. Giller

Ein paar Gramm Rama, verfehlt vielleicht,
zum Ende hin
Am Ziel die Kürze, scheitert's fad' am Gewürze
Aus der Länge, man stürzte drüber
Schürze, vom Fall, vor Wut..alle Reste der Garderobe aus Rache verkochte
Zorn…

von Artem Zolotarov

Diese Stadt in meinem Herzen
Sie ist kalt und voll von Staub
Ihre Nacht erhellen Kerzen
Boulevards und Rue's aus Laub

Ihre Sprache fließt wie Wasser
Ihre Menschen lieben Wein
Breite Plätze, enge Gassen…

von Michael Dahm

Graue Stadt am grauen Meer
im stolzen Glanz des Alten
Stürme wehen um dich her
die lang dein Herz erhalten.

Alte Pflaster legen sich
dem Wanderer zu Füßen
und wenn auch schon manch Stein verblich…

von Annelie Kelch

Am Deich: das Haus meiner Kindheit und Jugend,
der alte Kastanienbaum an der Auffahrt.
Ich ging in die kleine Schule
am Ende der Siedlung.
Am Schwanensee im Stadtpark:
Der erste Kuss -
wir hatten denselben Weg…

von Perdita Klimeck

Lamettafäden
krallen sich ins Engelshaar.
Letzte Erinnerungen an Wärme -
zwischen brechenden Zweigen.
Gierig nagen Ratten
an der Pizzaschachtel.
Leben den Gestank
absurder Normalität.
Kein Schatten…

von Ingeborg Schneidereit

Breite Straßen,
schmale Fronten,
enge Stufen, kleines Tor, Holzgetäfel,
Holz der Tische und der Stühle,
Küferschurz,
Jahrgang – achtungsvoll geflüstert,
Tradition in allen Ecken.
War es noch das…

von Mara Krovecs

Aus dem Sommerabend
fallen weich
funkelnde Sterne
in die blauen Himmel
meiner Stadt
begrüßen den Blütenmond
der sich silberneitel
in all unseren Seen spiegelt
an den Ufern schlafen

von Friedrich Schrader

Dort bei Kadiköj dicht an der Straße nach Bagdad,
An dem langen, grauen, steinbelegten Pfad,
Liegt ein Bronnen,
In der Sonnen –
Süß zwar ist sein Wasser – doch die ganze Bitterkeit der Welt
Auf die Leute, die hier…

von Dagmar Herrmann

einsam der
nächtige stern
dort oben
kalt und glitzernd
unter dem himmelsgewölbe
bückt sich die Stadt
in den leeren
straßenschluchten
wohnt heimatlosigkeit

lautlos der
niederschlagende…

ROM
von Ekkehard Walter

Von einer Wölfin gesäugte Zwillinge schufen Dich, Rom
du stolze Stadt am Tiberstrom

Rom, gegründet einst auf 7 Hügeln,
doch deine Macht, die tat stets trügen

Das Blut der Christen und Sklaven floss hier in der Arena.…

von Peter H. Carlan

Wenn die Worte
gewechselt
sind
und die Hemden:

das ist der Einzug in
die graue Stadt.

Dort sind die Reihenhäuser
eng an eng gebaut,
so dass sie einander
in den Schatten stellen,

in…

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Die Stadt- selbst ist sie nicht das Leben, allerdings ist sie zentraler Dreh- und Angelpunkt für einen Großteil aller lebendigen Aktivitäten. Hier entsteht Kultur, hier wird Geschichte geschrieben, und hier lebt auch der ganz normale Mensch, seinen ganz normalen Alltag. Die Stadt ist der Schauplatz vieler Stadtgedichte oder Prosatexte, die sich mit dem Thema Stadt und allem was in ihr passiert beschäftigen können.