Das graurotgrüne Großstadtlied

von Wolfgang Borchert
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Rote Münder, die aus grauen Schatten glühn,
girren einen süßen Schwindel.
Und der Mond grinst goldiggrün
durch das Nebelbündel.

Graue Straßen, rote Dächer,
mittendrin mal grün ein Licht.
Heimwärts gröhlt ein später Zecher
mit verknittertem Gesicht.

Grauer Stein und rotes Blut –
morgen früh ist alles gut.
Morgen weht ein grünes Blatt
über einer grauen Stadt.

Veröffentlicht / Quelle: 
Wolfgang Borchert: Das Gesamtwerk. Rowohlt Verlag, 1949

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