Hermannplatz

von Monika Jarju
Mitglied

Irrer Klang peitscht die Frau, den keiner hört
ihr Lächeln eine ausgebreitete Schwinge
reglos, bereit die Schienen zu streifen
wirbelt sie – ihr Gesicht ein Teller Schnee
Kreide die Augenschlitze

sie kreist dicht am Gleis
der Ton dreht sie am Arm, an der Taille
sie kreiselt auf mich zu mit offenen Armen

der Bahnsteig ist ohne Wände
sie rast – der Bahnhof verrückt
Schienen springen

ihre gekräuselten Fäuste, Füße wummern
den Umriss ihres Schreis an die Scheibe
siedend kalt kreiselndes Gelächter

nur der Zug zwischen uns – fährt
sie bleibt zurück am Wahnsteig

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Interne Verweise

Kommentare

24. Feb 2018

Am Wahnsteig peitscht ein irrer Klang,
Gelächter auch, macht Moni bang.
Dennoch schrieb sie uns dies Gedicht;
ein Teller Schnee war ihr Gesicht.

Liebe Wochenendgrüße,
Annelie

24. Feb 2018

Poetin Annelie dichtet fein -
so soll ihr Sonntag voll Sonne sein!

Monika