Alte Allee

von Marianne Jankowski
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Die Stille ist zu groß,
hier schläft der Himmel,
das Schweigen fällt wie Regen,
leise, leise,
gläserne Tore schuf sich diese Welt,

die sich nach jedem Schritte lautlos schließen
und diesem Schritte das Bewegen nehmen
und die Gedanken in ein Bild verwandeln
und Zeit zum Standbild,

das ich selber werde,
wie jene Statuen in alten Parken,
mit ihrem Lächeln, das ich nie verstand,
das die, die diese Bilder schufen,
mit Staunen aus dem Stein erstehen sahen,

als löse sich ein urgegeb´ner Traum
aus dem, was wir für tot gehalten hatten,
aus einem Stoff, von dem wir nichts versteh´n,
als sähe uns das Sein mit Augen an,
von dem wir nicht wussten, dass sie sind.

Hier kehrt, was aus dem Stein getreten,
atmend und sehnsuchtsvoll in sich zurück;
hier legt mein Herz sein Trauern auf die Steine,
mit sanfter Kühle tröstet der Granit.

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