Falsch dein Gehabe

Bild von Anita Zöhrer
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Unsere Fotos werfe ich ins Feuer. Lichterloh brennen sie in den Flammen. Schade, dass ich meine Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit nicht auch so einfach auslöschen kann. Verschwendet war jede Sekunde mit dir, falsch dein Gehabe wie all deine Worte.

Zorn auf dich glüht in mir, trotzdem trage ich dir deine Dummheit nicht nach. Du bist so wie du bist; keine größere Freude kannst du mir bereiten, als dass du gehst.

Um ein letztes Gespräch bittest du mich – ich willige ein. In dem Wirtshaus, in dem wir uns kennengelernt hatten, als du dort noch gekellnert hast, willst du dich mit mir treffen. Zwar wüsste ich nicht, was wir beide uns noch zu sagen hätten, aber warum nicht alles enden lassen, wo alles seinen Anfang genommen hatte.

Wie zwei Fremde begrüßen wir uns, indem wir uns die Hand reichen. Längst trägt deinen Ring eine andere. Ich nehme meinen ab und gebe ihn dir.

Du möchtest dich bei mir entschuldigen, erklärst du mir bei einem Glas Wein. Dass du mir so weh getan hast, täte dir leid, und wäre nicht deine Absicht gewesen. Es erstaunt mich nicht, als du mir daraufhin eine Liste mit den Dingen reichst, die du noch von mir haben willst. Nur um Möbelstücke und Krimskrams handelt es sich, dass du uns gekauft hast. Gerne kannst du sie wiederhaben, ich brauche sie genauso wenig wie dich.

Du umarmst mich zum Abschied. Ich dränge dich sanft weg von mir. Ich kann mir vorstellen, dass du im Guten von mir gehen willst, und ich wünsche dir auch das Beste. Doch denke ja nicht, dass ich so naiv bin, jemals wieder auf dich hereinzufallen.

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