Recenseo de clericorum hypocritæ

Bild von Q.A. Juyub
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Es begab sich zu der Zeit als der bigotte Kretinismus das Land regierte, dass der flexible Kleriker Limus Panegyrikus sich gar rassistische Gedanken um die ‚Heiligen Drei Könige‘ machte, denn staatshörige Kriecherei ist den Mächtigen ein Wohlgefallen und seit jeher ein Attribut wohlfeiler Kirchenmänner. In seinem fulminanten Werk ‚Die drei Nazis aus dem Morgenland‘ widmet sich der durch allerlei staatliche Wohltaten geförderte Gottesknecht dem absolut eklig rassistischem Bild, das zu Weihnachten von unbedarften Gläubigen hinsichtlich der sogenannten ‚Drei Weisen‘ verbreitet wird. Besonders angetan hat es dabei dem Autor die farbenfrohe Darstellung der drei Geschenke verteilenden Underdogs in Weihnachtskrippen, die dem ‚woken‘ Diener höherer Mächte zu einem einsamen Gipfel berufsmäßiger Empörung und Betroffenheit erhebt. Schon allein die Anwesenheit eines Farbigen in einem Viehstall zusammen mit zwei alten, weißen Männern, die man aus teuflischer Boshaftigkeit als morgenländische Magier camoufliert habe, stelle, so bemerkt der fromme Limus, ein Fanal imaginärer Diskriminierung dar.
Es folgt eine detaillierte Darstellung allerlei politisch unkorrekter Krippen, wobei insbesondere die anatomischen Details der bedauernswerten, schwarzen Figur im Fokus des Autors stehen. Dieser werde entweder mit unförmiger, magerer oder wohlproportionierter Statur aus -ein gewaltiger Affront!!!- biodeutschem Holz hergestellt und drücke allein damit all die rassistischen Vorurteile bornierter, weißer Krippenliebhaber aus.
Im letzten Teil seines obrigkeitshörigen Werkes widmet sich der Prediger in der geistigen Wüste ausgiebig jener schändlichen Jungfaschisten, die man gemeinhin auch als Sternsinger bezeichnet. Insbesondere das ‚Blackfacing‘ der Spenden sammelnden ‚Nazi-Kinder‘ wird dabei aufs Schärfste verurteilt, da dies unabhängig von der eigentlichen Intention nach Meinung pharisäischer Meister der Bigotterie total rassistisch wäre. Des Weiteren weist der Autor in diesem Kontext auf offensichtlich paramilitärische Traditionen der zweifelhaften Sängerknaben hin, da man sich bekanntlich bei einer als Bundeswehr bekannten Schrottarmee ebenfalls aus angeblichen ‚Tarnungsgründen‘ das Gesicht schwarz einfärbt. Im Anschluss folgt in urchristlicher Tradition unter Verwendung allerlei Zirkelschlüsse der Beweis, dass die eigentlichen Wurzeln der Sternsinger in der Hitlerjugend lägen, da diese wohl auch irgendwie gesungen und Gelder gesammelt hätte. Schon dem getreuen Großvater des Autors wäre dies aufgefallen, als er in seiner Funktion als Weihbischof während des II. Weltkriegs Bomber und Tigerpanzer segnete.
Zum krönenden Abschluss warnt der staatseigene Seelsorger in seiner Funktion als ‚christlicher Hirte‘ seine ‚lieben Schäfchenköpfe‘ vor den Gefahren des selbstständigen Denkens, da dies mit Sicherheit des Teufels sei. So möge der wahre Gläubige brav Kirchensteuer zahlen und demütig die ihm aufgetragene, imaginäre Schuld zum Wohle der Obrigkeit und der heiligen Mutter Kirche tragen.
Bleibt eigentlich nur die Frage offen, ob Jesus den Autor und seine Genossen im Geiste nicht mit Fußtritten aus dem Jerusalemer Tempel vertrieben hätte, wären sie nur da gewesen.

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Kommentare

23. Okt 2020

Speziell der Schwarze scheint doch fein!
Fix muss noch ein Asiate rein ...
Die können durch Gegend ziehn -
Natürlich nur - mit Englands Queen!

LG Axel

24. Okt 2020

Harharr - höchst erfrischend!

LG Alf