Zu schön, um wahr zu sein

Bild von Anita Zöhrer
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Zu schön, um wahr zu sein, ist es gewesen, als Riccarda Freddy ihre Liebe geschworen hat. Wie er nur so naiv sein und darauf reinfallen hat können, machen ihm heute seine Freunde oft zum Vorwurf. Eine bildschöne, reiche Grand – Dame wie sie verliebt sich doch nicht wirklich in einen Mann wie ihn – Freddy versteht die Welt nicht mehr. Wenn ihn Riccarda schon so sehr verletzen muss, warum stärken nicht zumindest seine Kameraden ihm den Rücken? Freddy ist der Verzweiflung nahe.

Ein Kind ist ihrer Beziehung entsprungen – aus Versehen wie es Riccarda schon immer betont hat. Seit seiner Geburt ist es einzig Freddy, der es liebt. Riccarda hingegen hat es von Beginn an abgelehnt, ihre mütterlichen Pflichten zu erfüllen. Ihr Leben in vollen Zügen genießen will sie und nicht an solch ein Ding, wie sie ihre eigene Tochter bezeichnet, gebunden sein.

Zahlreiche Liebschaften verbucht Riccarda. Ganz besonders hat ihr jedoch das Geld eines studierten Schönlings angetan. Seiner Tochter zuliebe bemüht sich Freddy, mit seiner unendlichen Enttäuschung klarzukommen. Von allen im Stich gelassen zu werden, treibt ihn mehr und mehr in die Enge. Wäre nicht seine Tochter, hätte er sich bereits längst das Leben genommen, nur, um seine Ruhe vor all den Anschuldigungen und dem Schmerz zu haben.

Die Tage vergehen. Kein Wort hört Freddy von Riccarda, bis er eines Morgens einen Brief von ihrem Anwalt erhält. Sie wolle das alleinige Sorgerecht für ihre Tochter – Freddy verliert die Nerven und zerreißt den Brief in tausend Stücke. Warum Riccardo nun auch noch darauf pocht, ihm seine Tochter wegzunehmen, ist für ihn unerklärlich. Hat sie ihm nicht ohnehin bereits genug Kummer bereitet?

Obwohl er sich nie etwas Grobes zuschulden kommen hat lassen und sie stets gut behandelt hat, will Riccarda ihn jetzt völlig ruinieren. Freddy beschließt, sich zu wehren. Er packt seine Sachen und die Sachen seiner Tochter und fährt mit ihr fort. Keinesfalls will er sich kampflos von ihr trennen; sich mit ihr verstecken, bis er wieder das Sorgerecht für sie hat. Riccarda kennt ihn jedoch, weiß um sein Kämpferherz, wenn es um andere Menschen geht. Deshalb erstattet sie Anzeige wegen Kindesentführung gegen ihn, als er ihr am Abend ihre Tochter noch nicht ausgehändigt hat. Der Reichtum und Einfluss und ihres neuen Verehrers reichen aus, um eine ganze Horde an Polizisten auf die Jagd nach Freddy zu schicken.

Wenige Stunden dauert es, bis sie ihn stellen. Seine Tochter weint und schreit, verteidigt sich mit Schlägen und Tritten gegen die Beamten, will sich von ihrem Vater nicht trennen. Rücksichtslos ihren Auftrag befolgend bleiben die Polizisten jedoch stur und zwingen sie in einen ihrer Einsatzwägen. Freddy kann es kaum mitansehen.

Während Freddy vor Gericht gezerrt und für schuldig gesprochen wird, erlebt seine Tochter bei Riccarda die Hölle auf Erden. Keinerlei Liebe empfängt sie von ihr, dient nur dazu, um in ihrem neuen Freundeskreis Eindruck zu schinden.

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