Reiseziel Weimar: kulturelle und geschichtliche Anlaufpunkte für Reisende

23. Juli 2018
Bild zeigt Goethehaus in Weimar
Goethes Wohnhaus in Weimar am Frauenplan
Copyright Owron / Wikipedia - CC BY-SA 3.0

Wer Lust auf viel Kultur, Goethe oder Schiller hat, dem sollte Weimar unbedingt eine Reise wert sein. Schließlich gehört die Stadt im Herzen Thüringens nicht umsonst zu den beliebtesten Touristenzielen in Deutschland. Ganzjährig hat die Stadt zahlreiche kleine und große Feste, Attraktionen und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Vor allem Kulturliebhaber kommen in der viertgrößten Stadt in Thüringen voll auf ihre Kosten. Womit sie in Weimar auf ihre Kosten kommen, bringen wir in diesem kleinen Reiseführer näher.

Die Stadt von Goethe und Schiller

Die Kulturhauptstadt Europas 1999 ist ganz eng mit den berühmten Dichtern Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller verbunden, die die Epoche der Weimarer Klassik zu Beginn des 19. Jahrhunderts entscheidend geprägt haben. So kommt man bei einem Besuch in Weimar wohl nur ganz schwer am Goethe- oder am Schillerhaus vorbei. In Goethes Wohnhaus, in dem der berühmteste deutsche Dichter 50 Jahre seines Lebens verbrachte, ist heute das Goethe-Nationalmuseum zu finden. Schwerpunkt der umfangreichen Sammlung, die etwa 100.000 Exponate umfasst, sind Goethes Aufzeichnungen zur Naturwissenschaft und zur Kunst sowie die Bibliothek des berühmten Dichters. Außerdem ist das Haus von einem wunderschönen Garten umgeben. Auch das frühere Wohnhaus von Friedrich Schiller ist heute ein Museum, das von der Klassik Stiftung Weimar betrieben wird. Das Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Deutschen Nationaltheater im Zentrum der Stadt zieht jährlich Millionen Touristen aus der ganzen Welt an. Wer Hochkultur liebt sollte beim Besuch in Weimar auch eine Vorstellung im Deutschen Nationaltheater, das als eines der renommiertesten Theater in den neuen Bundesländern gilt, in Betracht ziehen. Das Theater wurde vor fast 300 Jahren von keinem Geringeren als Johann Wolfgang von Goethe gegründet.

Die Wiege des Bauhauses

Weimar steht nicht nur für Goethe und Schiller. Die 66.000-Einwohner-Stadt steht auch für das Staatliche Bauhaus. Hier führte der deutsche Architekt Walter Gropius zu Beginn des 20. Jahrhunderts Kunst und Handwerk zusammen und kreierte damit eine völlig neue Design-Kunstform, die sich von Weimar aus in der ganzen Welt verbreitete. 1919 gründete Gropius in Weimar das Staatliche Bauhaus als Kunstschule. Seit 1996 gehört Bauhaus zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die ehemalige Kunstschule ist heute als Bauhaus-Universität Weimar weltberühmt und gehört zu den begehrtesten Hochschulen für Architektur und Bauwesen.

Anna Amalia Bibliothek, KZ-Gedenkstätte Buchenwald und weitere wichtige Anlaufpunkte

Wer mehr über die Entwicklung der Stadt erfahren möchte, sollte unbedingt das Weimar Haus besuchen. Hier gibt es jede Menge spannende Informationen von der Steinzeit bis zur berühmten Weimarer Klassik. Im Stadtzentrum von Weimar findet der Besucher der Stadt zudem das Stadtschloss. In dem ehemaligen Residenzschloss ist heute unter anderem das Schlossmuseum zu besichtigen.

Zu den weit über die thüringischen Landesgrenzen hinaus bekannten Anziehungspunkten der Stadt gehört auch die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, die über mehr als eine Million Medieneinheiten verfügt. Nach dem verheerenden Brand im Jahr 2004, der immense Schäden verursachte, wurde die Bibliothek umfassend restauriert und im Oktober 2007 feierlich wiedereröffnet.

Auf dem Ettersberg bei Weimar befindet sich mit der KZ-Gedenkstätte Buchenwald ein weiterer wichtiger historischer Ort, der eng mit der Geschichte von Weimar verbunden ist. Das Krematorium, die Einzelhaftzellen direkt am Eingang des Konzentrationslagers, die Sanitätsbaracke und viele weitere bis heute erhaltene Zeugnisse der Nazi-Verbrechen veranschaulichen das Ausmaß jenes in dieser Zeit begangenen Unrechts und machen es für die heutigen Generationen greifbar.

Viele Touristen besuchen bei einem Aufenthalt in Weimar auch die Stadtkirche St. Peter und Paul aus dem 15. Jahrhundert. Die größte Kirche der Stadt, die auch zum UNESCO-Weltkulturerbe-Ensemble "Klassisches Weimar" gehört, verfügt unter anderem über unzählige wertvolle Kunstwerke. Im Inneren befinden sich zudem die Grabmäler einiger Fürsten und Herzöge in der Kirche. Auch der Historische Friedhof mit der Weimarer Fürstengruft, in der auch Johann Wolfgang von Goethe beigesetzt wurde, gehört zum berühmten UNESCO-Weltkulturerbe-Ensemble.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Weimar

Viele grüne Oasen mitten in der Stadt zum Entspannen

Wer sich in Weimar so richtig entspannen möchte, hat dazu zahlreiche Gelegenheiten. Schließlich gibt es in der Stadt einige Parks und Wäldchen. Am Rand der historischen Altstadt befindet sich zum Beispiel der Park an der Ilm. In dem 48 Hektar großen Areal, das auch als Weimars grüne Oase bezeichnet wird, befinden sich unter anderem Goethes Gartenhaus und das sogenannte Borkenhäuschen. Im Süden der Stadt ist das prunkvolle Schloss Belvedere zu finden. Dieses gilt als eines der schönsten Schlösser Thüringens. Das Schloss ist umgeben von einer beeindruckenden Gartenanlage, die auch einen mit viel Aufwand angelegten Irrgarten umfasst. Außerdem gehört zu dem Areal auch ein Botanischer Garten mit fast 8.000 unterschiedlichen Pflanzenarten. Auch der Schlosspark Tiefurt vor den Toren von Weimar ist ein äußerst beliebter Park, sowohl bei den Touristen als auch bei den Einheimischen.