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Abwechslungsreiche Aufgaben und größtmögliche Flexibilität: Ghostwriting als Nebenverdienst

25. November 2021
Nebenverdienst

Gerade im Zuge einer Promotion oder vertiefender Studien ist oft ein Nebenjob unabdingbar, um das eigene Projekt und die weiteren Lebensbedürfnisse zu finanzieren. Häufig kommt dabei der Wunsch auf, nicht nur Zeit gegen Geld zu tauschen, sondern mit seiner Tätigkeit nebenbei auch den eigenen Wissens- und Methodenschatz zu erweitern. Auch freien Autor:innen und Journalist:innen ist es oft ein großes Anliegen, möglichst vielseitige und anspruchsvolle Aufgaben zu bearbeiten. In diesen Fällen kann die Arbeit als akademische:r Ghostwriter:in spannende Möglichkeiten eröffnen.

von Literat Pro
Bild zeigt Autorin beim Ghostwriting
© jd8 / shutterstock

Neben den Bereichen Politik und Kultur gibt es auch im akademischen Bereich einen großen Bedarf an qualifizierten Ghostwriter:innen. Ob Reden, Business Pläne, studentische Arbeiten, Qualifizierungsarbeiten oder professionelle Datenauswertungen – das Spektrum an potentiellen Aufgaben ist hierbei so vielfältig wie die Kundschaft selbst. Gerade im akademischen Bereich sind in vielen Fällen Zeitnot, Selbstzweifel und eine schlechte Betreuungssituation Gründe, die zum Engagement von Ghostwriter:innen führen. Es ist grundsätzlich legal, eine akademische Arbeit auf Kundenwunsch anzufertigen, solange diese dem Kunden als Beispiel oder Vorlage für die eigene Arbeit dient. Professionelle Ghostwriter und Ghostwriter:innen halten diesen Punkt vertraglich fest und geben mit der Lieferung ihre Rechte am Werk ab.

Agenturen für Ghostwriting bieten hohe Rechtsicherheit

Um im Ghostwritingbereich tätig zu werden, können Interessenten entweder eigenständig nach Aufträgen suchen oder mit entsprechenden Agenturen zusammenarbeiten. Obwohl im zweiten Fall natürlich die Agentur an der Arbeit des Ghostwriters mitverdient, bietet die Option sowohl für die Kund:innen als auch für die Autor:innen viele Vorteile. Diese liegen nicht zuletzt in der deutlich erhöhten Rechts- und Erwartungssicherheit für beide Seiten. Auch bei Problemen im Laufe der Auftragsbearbeitung, Zahlungsschwierigkeiten der Kund:innen und ungeplanten Ausfällen können die Agenturen bei der Lösungsfindung helfen. Zudem werden Ghostwriter:innen hier in der Regel durch ein qualifiziertes Lektorat unterstützt und haben verlässlich Zugang zu neuen Aufträgen.

Wie ist der Arbeitsalltag einer Ghostwriter:in?

Die Einzigartigkeit der Arbeit als Ghostwriter:in besteht vor allem darin, dass dabei – im Vergleich zu vielen anderen Nebentätigkeiten – die eigenen akademischen Interessen und Fähigkeiten intensiv in den Arbeitsalltag eingebracht werden können. Gerade Autor:innen, die mit einer Agentur zusammenarbeiten, können sich auf eine Vielzahl verschiedenster Aufträge aus ihrem Fachbereich bewerben. Oft bietet die Nebentätigkeit auch die Chance, wertvolle neue Erfahrungen zu sammeln, die bei der Bewältigung eigener akademischer Projekte helfen können. Trainiert werden etwa das Einhalten und Erstellen eines Zeitplans, die Fähigkeiten zum effizienten Recherchieren und der sichere Umgang mit wissenschaftlichen Standards und formellen Vorgaben. Vertiefende Einblicke in den eigenen Fachbereich sind genauso möglich, wie Blicke über den Tellerrand hinaus. Auch die Kommunikation mit unterschiedlichsten Kund:innen und die Einarbeitung in Vorgaben anderer Institutionen erweitern den eigenen Erfahrungshorizont.

Ein weiterer großer Pluspunkt der Arbeit als Ghostwriter:in ist die – abgesehen von feststehenden Lieferdaten – weitestgehend freie Zeiteinteilung. Gerade die Flexibilität, zu jeder erdenklichen Tag-und Nachtzeit und auch in anderen Zeitzonen an den übernommenen Projekten zu arbeiten, ermöglicht eine optimale Vereinbarkeit mit allen anderen Aufgaben und nicht zuletzt dem Familienleben. Der Verdienst steigt in der Regel mit der Erfahrung. Je effizienter bei der Arbeit vorgegangen wird und je besser die Kommunikation mit der Kund:in gestaltet wird, desto höher fällt der Stundenlohn aus. Geübte Ghostwriter:innen, die mehrere Aufträge gleichzeitig bearbeiten können, verdienen so nicht selten mehrere tausend Euro im Monat. Damit ist das Ghostwriting finanziell durchaus lohnenswert. Zu beachten ist allerdings, dass bei einer freiberuflichen Tätigkeit kein Anspruch auf bezahlte Urlaubs- oder Krankheitstage besteht und somit wenig soziale Sicherheit gegeben ist.

Welche Fähigkeiten muss ein:e potentielle:r Ghostwriter:in mitbringen?

Seriös ist Ghostwriting nur dann, wenn die Autor:innen ausschließlich Arbeiten in einem Fachbereich erstellen, in dem sie Expert:innen sind. Ein deutlicher Wissensvorsprung im Vergleich zur Kundenseite und absolute Sattelfestigkeit in Bezug auf wissenschaftliche Methoden und notwendige IT-Tools sind damit Voraussetzung. Begeisterung für das Schreiben und Recherchieren sowie Freude daran, sich in knifflige Themengebiete einzuarbeiten, sind von ebenso großer Bedeutung. Wichtig ist die Fähigkeit, schnell zu lesen und sich in große Mengen an Literatur einzuarbeiten.

Da die Arbeit oft nicht nur die reine Texterstellung, sondern nicht selten auch Coachingtätigkeiten umfasst, sollte eine Affinität zum Erklären vorhanden sein. Nicht zuletzt ist manchmal auch eine gesunde Portion Frustrationstoleranz von Nöten, etwa, wenn sich nach Rücksprache mit der Betreuungsperson noch umfassende Änderungswünsche ergeben und ein Text mehrfach angepasst werden muss.

Wie wird man akademische:r Ghostwriter:in?

Jede:r Akademiker:in mit einem Masterabschluss oder Doktorat hat die Möglichkeit, in diesem Beruf zu arbeiten. Eine Voraussetzung ist selbstverständlich, dass potentiellen Ghostwriter:innen das wissenschaftliche Schreiben leicht fällt und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Themengebieten aus dem Fachbereich Freude bereitet. Die erste Kundenakquise erfolgt häufig im eigenen Bekanntenkreis – unter Kommiliton:innen und Freund:innen. Doch dieser Pool an potenziellen Kund:innen ist in der Regel schnell erschöpft. Wer lang- oder mittelfristig als akademische:r Ghostwriter:in arbeiten möchte, sollte sich also bei einer seriösen Agentur bewerben, über die laufend passende Aufträge vergeben werden.

Der erste Schritt um sich als Ghostwriter:in zu bewerben, ist üblicherweise, einen Lebenslauf und akademische Abschlusszertifikate an das Personalmanagement einer Agentur zu senden. Daraufhin folgen ein Telefoninterview und ein Backgroundcheck. Sind diese Bewerbungsstufen überstanden, folgt oft zügig der erste Auftrag – denn nur in der Praxis lässt sich feststellen, was ein:e Ghostwriter:in wirklich kann. Im Zuge einiger kleinerer, initialer Projekte haben Anfänger:innen Gelegenheit, die Kundenkommunikation kennenzulernen und die eigene Arbeitsweise zu optimieren.

Auf die sprichwörtlichen Lorbeeren dürfen Ghostwriter:innen selbstverständlich nicht aus sein. Wem es jedoch liegt, im Hintergrund zu agieren und trotzdem solide Arbeit zu leisten, für den ist die Tätigkeit als akademische:r Ghostwriter:in eine erfüllende Aufgabe, die viel Flexibilität und Abwechslung verspricht.