Herbstgewalt(ig)

von Annelie Kelch
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Ein Sonnenstrahl schneidet den Nebel auf:
herbstgewaltig weht es mich an
und mein Aug' fällt in das Blut der Linden.

Der Mond sticht ins Hafenbecken:
Die Fische gehen an Land und verenden.

Halali: Die Jagd beginnt;
im Wald wird geschossen, gewildert und
abgeholzt. Rehe und Rotwild fallen
und so mancher harmlose Naturfreund.

Gänse werden gemästet zuhauf und die
unerbittliche Hexe krächzt: Zeigt eure Hälse
mir her, ich will sehen, ob ihr schon
fetter geworden seid.

Es weihnachtet längst in Shops und Supermärkten,
und wir erwerben Liebe, Wärme und Glück in
Gestalt von Keksen und Socken.

Sie schleudert ihm unverblümt ins Gesicht:
Wo du nicht bist, will ich gerne sein.

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