Ein frühes Gedicht (von 1979)

von Andrea Kupkow
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wenn du daliegst
und träumst
gedanken erlebst
die du unfassbar
fassbar
nicht mehr verstehst

wenn du tief gefallen
aus dem schlaf einer liebe erwachst
und erfährst
dass sie gar keine war

wenn du begreifst
dass alles verliert
was man so sagt
in den stunden der nacht

wenn du erschreckst
über worte
die leer laut und banal

wenn du erkennst
dass dich hier nichts mehr hält
und du trotzdem bleibst
wenn du spürst
dass dein schmerz
langsam
eine verwundbare kälte zeigt

wenn du verstehst
aber nicht vergisst
dass wir alle
halbgeschwängerte träumer sind
hast du den kampf schon fast gewonnen
und deine verletzbarkeit bleibt unverdorben

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Kommentare

01. Apr 2020

Scheinbar geradelinig,
doch ein Wechselbad der Gefühle.
LG Uwe