Adventslied

von Jürgen Wagner
Mitglied

Oh lasst uns preisen diesen Stern
Auf dem wir leben ja so gern
Der Himmel hat das Licht gebracht
Die Erde hat sich aufgemacht

Das Wasser ist entstanden hier
Die Lebensquelle für und für
Die Winde haben es bewegt
Die Geister langsam sich geregt

So viel, was hier geworden ist
In Jahrmilliarden, wie ihr wisst
Ein großer Garten ist die Erd‘
Er ist die Müh‘ und Plage wert

Oh lasst uns hüten diesen Ort
Mit Herz und Hand und gutem Wort
Dass jeder Baum geachtet wird
Und jedes Tier die Hoheit spürt

Ein Heiland mag uns hier ersteh’n
Ein jeder kann ihn in sich seh’n
Er öffne Himmel, Schloss und Tür
Verleih uns Herz, Geist und Gespür

2016 - zu singen nach der Melodie 'Oh Heiland reiß die Himmel auf'

© saukul - Fotolia.com

Buchempfehlung:

[numberofpages] Seiten / Taschenbuch
EUR 15,00
[numberofpages] Seiten / Taschenbuch
EUR 7,49
Rechtshinweis:
Für diesen Beitrag ist eine unkommerzielle Nutzung erlaubt, alle Rechte verbleiben jedoch beim Autor/bei der Autorin.

Interne Verweise

Mehr von Jürgen Wagner online lesen

Kommentare

01. Dez 2016

Der Mythos ist eigentlich nicht verkehrt, er rührt einfach tiefe Dinge in uns an. Wenn man aber erkannt hat, ist es etwas anderes: der naive Schein zerbricht und die Dinge kommen ans Licht, wie sie sind. Sonnige Dezembergrüße! Jürgen

Adelheid
01. Dez 2016

Eine gelungene, moderne Variation eines alten Kirchenliedes und sehr gut auf dessen Melodie zu singen! Vom Inhalt her eine souveräne erdgeschichtliche Schau und sprachlich ein schönes Gedicht!.

Der zugrunde liegende alte Choral drängt ungestüm und sehnsüchtig auf die Ankunft von Neuem! Ähnliches kann ich in diesem Gedicht nur ansatzweise in den beiden letzten Versen spüren. Deren aventliche Wünsche erscheinen mir hier durch ein zweimaliges "mag" stark herabgedämpft und die der beiden Schlusszeilen empfinde ich schlicht als beliebig, flach und kraftlos.

Doch danke ich für die Anregung, mir zu überlegen, wonach ich mich selbst im Tiefsten sehne, für die Erde wie auch für mich !
Adelheid

01. Dez 2016

Die messianischen Hoffnungen der Alten sind mir aus geschichtlicher Erfahrung zutiefst suspekt. Solange wir auf d e n Retter warten, werden wir keinen Schritt weiterkommen. Erst wenn wir des Lichtes in uns selbst gewahr werden und selbst bereit werden, unseren Teil zur Rettung der Welt beizutragen - und es auch tun - ist der Heiland geboren und kann etwas tun. Unser Vermögen mag klein sein, unser Wirken begrenzt - aber selbst wenn wir nur einem Wesen hilfreich oder liebevoll zur Seite stehen, ist etwas gerettet und gewonnen. So bleibe ich doch bei diesen eher verhaltenen Tönen. Herzlichen Dank für den klaren Kontrast, der mir so nicht bewusst war! Es gibt sicher Menschen, die die Schlösser der hohen Sphären aufbrechen, ich selber bin eher ein geduldig Wartender und Arbeitender, bis mir der Schlüssel gegeben wird. JW

Adelheid
01. Dez 2016

Sehr herzlichen Dank!
Ihre Antwort ist klärend und bereichernd!
Und sehr wohl haben Sie auch Zugang zu dem, was Sie hier"die hohen Sphären" nennen! Anders gesagt, Sie bringen uns iin Ihren Werken von dort immer wieder erhellendes Licht!

Dafür dankt mit herzlichen Grüßen
Adelheid

02. Dez 2016

Es ist schwer, den 'Himmel' zu erklären, weil er so vieles meint. Er ist zunächst Teil des alten Weltbildes, wo man mit 3 Bereichen arbeitete. Die sind räumlich nicht verifizierbar, aber als Erdwesen orientieren wir uns so. Zudem machen sie im Inneren durchaus Sinn. Es gibt das Hohe auch dort und das Normale und das Niedere. Es gibt dort sehr viel! Wobei die Tiefen grundsätzlich nicht schlechter sind als die Höhen. Sie sind genauso wichtig. Letztlich kommt es wohl darauf an, 'wes Geistes Kinder' wir sind - das wollte ich mit dem letzten Vers aufgreifen (und habe die emotionale Ebene bewusst mit reingenommen). Danke für alles Mitdenken und -schauen! Jürgen Wagner
P.S. Sind die Himmelsschlösser nicht die Drachen der Märchen?