Der Schwan

von Alf Glocker
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Du bist der Schwan,
nun schwebe auf mich zu –
ich schaue dich nicht an,
ich geb den Augen Ruh’!
Nur unser Traum
darf seine Bläue zeigen!
Du gibst ihm Raum,
wir machen uns zu eigen:
das Meer und alles Licht.
Das hat für uns Gewicht!

Dein Flügelschlag ist groß,
betäubend obendrein,
er lässt mich niemals los –
ich höre dich allein,
wenn du die Rätsel deutest,
die unsere Welt umgeben,
wenn du die Zwiebeln häutest,
in diesem wirren Leben.
Dann heißt es: „Nase hoch!“
(Und auf „neinnein“ „dochdoch!“)

Steig auf im frischen Wind
und sag mit stolzem Haupt:
„Ich bin das schönste Kind,
das dem die Sinne raubt,
der einen Teil versteht.“
(von dem, was dein Mund spricht,
was in den Sternen steht –
du weißt es, Schicht für Schicht!)
Denn du bist nah, doch fern –
am Ende selbst ein Stern?

Du hältst dich für normal,
obwohl dein Federkleid –
die allererste Wahl –
nach der Bewunderung schreit,
die man, zu Wasser und zu Lande,
ihm unumwunden zollt!
Doch du, im strahlenden Gewande,
hast das ja nie gewollt …
Du warst nur stets bescheiden.
Ich kann dich sehr gut leiden.

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Kommentare

02. Jul 2020

Der Leser, er kommt kaum ins Schwanken -
Wird fürs Gedicht zum Schwan Dir danken ...

LG Axel

02. Jul 2020

...da schwant mir was - Wunderschönes
bahnt sich flügelschlagend durchs Gedicht...

LG Monika

02. Jul 2020

...kommt JETZT der Schwan???
Bei Camille Saint-Saens habe ich ihn geliebt, aber am Stausee wollte ein Schwanen-Elternpaar sein jugendliches Küken beschützen. War nicht so gut für uns...
Liebe Grüße von Britta

03. Jul 2020

Ja, Schwäne sind nicht nur schön, sondern auch aggressiv.
Ich habe das ebenfalls erlebt: ER hat mich angezischt und mit den Flügeln geschlagen!
Ich habe mich dann vorsichtig zurückgezogen: rückwärts, wie man sich früher einmal aus den Amtszimmern von "hohen" Persönlichkeiten zurückzog. :-)))

Liebe Grüße von Alf

04. Jul 2020

Schwäne – Reinheiten in Weiß:
wie dein ausführliches Gedicht beweist …!

Liebe Grüße
Soléa