Liebesgedicht einer Unsichtbaren

von Annelie Kelch
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Vielleicht, dass diese Stunde einmal wiederkehrt,
als ich die Ungerechtigkeit des Lebens spürte -
so deutlich und so klar wie nie zuvor.

Die Wirtin vorm Kamin, die uns das Feuer schürte,
war längst gegangen.
Du hattest angefangen,
von deinen Reise-Abenteuern zu berichten.
Ich hörte schweigend zu,
war voll Verlangen,
dass du mich fragtest – einmal nur -
wie es denn mir derweil ergangen
sei.

Mitnichten!
Mein Leben war dir einerlei.
Du hattest so viel zu berichten -
ich weiß, mein Schatz, du hörst
dir gerne zu

und doch: Vielleicht, dass diese Stunde einmal
wiederkehrt und glücklicher ausklingt
für dich und mich.

Ich hoffe noch und
liebe dich noch immer.

Du hast so viel zu tun …
Ich möchte einmal noch
in deinen Armen ruhn und
deine Stimme hören, wenn
du schweigst.

Im Schweigen liegt die Kraft -
und hin und wieder auch
die Liebe.

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Interne Verweise

Kommentare

24. Feb 2017

Liebe Annelie, dieses Gedicht ist wunderschön und sehr tiefsinnig, ich denke lange darüber nach.
lG
Anouk

24. Feb 2017

Danke dir, liebe Anouk. Ich glaube, man findet diese 'Szenen' in vielen Beziehungen. Einer steckt wahrscheinlich immer (aus Liebe) zurück, anderenfalls wird die Beziehung wahrscheinlich nur in Ausnahmefällen halten, auch deshalb, weil die Gleichberechtigung von Mann und Frau noch nicht überall angekommen ist.

LG Annelie