Ballade - Erinnerungen an das Stattgefundene

Bild von Ernst Wetzel
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Auf der Abiturfeier von G… uns Frau R.. verlautbarte:

Sie sei nun bald 87 Jahre in Gestalt
teilhabend am Leben dieser Welt,
und hat sich 50 Jahre halt,
wohnlich in M… eingesellt.

Deshalb gelten dankbar zu würdigen beide Daten.
So sollen zum Aperitif im Haus und Garten,
sowie in von R…‘s geliebtem Altem Zollhaus
bei wieder abendlichem festlichem Schmaus,
zusammenkommen Menschen in gemeinschaftlicher Runde,
die ihr - und ihres Mannes - Leben begleitet haben so manche Stunde.

Ihr Lebenskreis hat sich verjüngt und erfuhr dadurch andere Prägungen.
So u.a. durch T… Eheschließung und der Enkelgeburten Segnungen.
Und mit deren Neffen und Nichte, (Paten-)Onkel und (Paten-)Tanten,
wurde ein immer größerer Kreis zu neuen (An-)Verwandten,
die den Blick zu lenken vorgaben auf „die Jugend“,

Auch wir durften mehrfach teilhaben an Ihrem familiären Glück.
Es war auch für unser (junges ...) Leben ein glückliches Stück,
teilnehmen zu dürfen an Geburtstagen, Taufen, Einschulungen, Konfirmationen und Abitur,
So waren die von „uns Kindern“ ersehnten Gartenfeste erlebte Freude pur.
Wenn „Opa R…“ sein Kasperle-Theaterprogramm darbot,
waren gespitzte Ohren und Kasperle-helfen-wollen oberstes Gebot.
Und anschließend wir im Pool so manche „Döpperattacke“ erlebten,
um dann gut abgetrocknet und hungrig dem Buffet zustrebten.

Liebe Frau R... , ...

... ich reime diese Zeilen aus großer Dankbarkeit.
Ich weiß, Ihr Leben bestand nicht nur aus Glückseligkeit.
Aber „die Jugend“ ist es doch, die uns neuen Lebensmut bringt,
weil auch wir „Alte“ daran interessiert sind, dass ihr Leben gelingt.
Deshalb verfolgen wir mit Interesse, wie sie erobern die Welt,
was auch wiederum unseren Geist und für uns die (neue) Welt erhellt.

...Ihr und unser Leben lag und liegt in gottgeführter Hand.
Gott lässt Sie dankbar erleben in abgesichertem Wohlstand,
und auf nun 50jährigem eigenem Haus und Grund,
Ihren jetzigen Lebensabschnitt doch relativ gesund.
Wenn wir lernen, das eigene Leben, z. B. zu dem von Tante L… , zu relativieren,
wird man, trotz mancher Wehwehchen, seinen Zustand als sehr glücklich akzeptieren.

... ich wünsche Ihnen in unserer hektischen Zeit,
das Recht auf selbstbestimmte Langsamkeit,
mit der man entfernt weise beobachtet, was “die Jungen“ so gestalten,
sich entscheidet, Einfluss zu nehmen, oder sich besser rauszuhalten.
Oder, wenn das konzentrierte Zuhören wird allmählich zur Qual,
sich zurückziehen darf als altersgemäß akzeptierte Wahl.

Ihr „Herr Ernst“

Dieses Gedicht entsprang dem inneren Wunsch ganz individuell Dank zu sagen für die erlebten gemeinsam verbrachten Jahre.

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