Was irren meine Hände in den Pinseln?

von Rainer Maria Rilke
Aus der Bibliothek

Was irren meine Hände in den Pinseln?
Wenn ich dich male, Gott, du merkst es kaum.
Ich fühle dich. An meiner Sinne Saum
beginnst du zögernd, wie mit vielen Inseln,
und deinen Augen, welche niemals blinzeln,
bin ich der Raum.

Du bist nicht mehr inmitten deines Glanzes,
wo alle Linien des Engeltanzes
die Fernen dir verbrauchen mit Musik, –
du wohnst in deinem allerletzten Haus.
Dein ganzer Himmel horcht in mich hinaus,
weil ich mich sinnend dir verschwieg.

Veröffentlicht / Quelle: 
Das Stundenbuch. Leipzig: Insel-Verlag. 1918, Seite 16.

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Kommentare

06. Jun 2017

Ein absolut überbewerteter Dichter, dessen Gottesliebe wohl
manchen "erlesenen" Kreisen dienen, weshalb seine deutsch-biederen Reime
manch lauwarmes Mieder
zu einem kurzen Atemzug verleiten.

LG. Waldeck

19. Aug 2017

Du gehst hart mit einem in`s Gerich t. Das soll dir auch gestattet sein. Mir gefällt auch nicht alles von Rilke trotzdem ist er genialer Worte-Schmied. Und dabei wollen wir es auch belassen.

Lieben Gruß
Alfred

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