Kommt Keiner herbei?

von Joachim Ringelnatz
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Kommt Keiner herbei?
Soll ich mich einsam verquälen?
In verödeten Sälen
Irrt mein Schrei.

Riegel umspannen mich kalt.
Spinnweb grübelt an Gittern.
Tod und Hunger wittern
Aus jedem Spalt.

Als ich zum Fenster hetzte,
Sah ich: Ritt einer von dannen,
Einer von meinen Mannen,
Der letzte!!

Veröffentlicht / Quelle: 
Gedichte. Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, 1910, Seite 11

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