Nächtliches Fühlen

von Robert K. Staege
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Am Himmel droben Wolken gehen;
sie zieh‘n dahin in weite Ferne,
und von den stillen, weiten Höhen
blickt‘s da und dort wie Augensterne.

Ein sanfter Regen fällt aufs Tal,
von weitem sieht man Wetterleuchten.
Ich fühle, wie mit einem Mal
auch mir sich nun die Augen feuchten.

Gedanken fliegen durch die Räume
von mir, der ich hier einsam bin
und mich ergeb‘ in meine Träume,
in Windeseil‘ zur Liebsten hin.

Als Kummer noch und Sehnsucht wühlen,
da schläft der Regen plötzlich ein,
und es ergreift ein seltsam Fühlen
wie von Magie die Seele mein.

Mir ist, als würd’ im schwarzen See
beim nächtlich leisen Waldesrauschen
im Mondlicht eine gute Fee
vom Grund zu mir nach oben lauschen.

Sie hört mit mir die Lieder schallen,
die nun in süßer Töne Pracht
erklingen von den Nachtigallen
in einsam dunkler Waldesnacht.

Ich sitz‘ und lausche unverwandt
dem reinen, holden Vogelsingen
und fühle wie von Zauberhand
die Tröstung in mein Herze dringen.

Geschrieben am 4. Juni 2019

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