Die letzte Depression

von Uwe Röder
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Ich kann nicht mehr -
nicht stehen,
kriechen,
liegen,
sein.

Ich halte es nicht aus in mir
und mag nie mehr
zu finden
sein.

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Kommentare

04. Okt 2018

Lieber Uwe, ich hoffe dies ist höchstens rückerinnernd, bzw. in Anlehnung das melancholische Tun des Herbst, an Tagen die weniger golden sind als heute ..?

Da kommt man sehr ins Sinnen, wenn man deine Zeilen liest.

Ein Hoch auf die goldenen Tage da draußen, auf die bunten Blätter, die bunten Drachen, den zischenden Wind.

Liebe Grüße,
Anouk

06. Okt 2018

Liebe Anouk,
ja, ein Depression hab ich hinter mir, aber weil sie von vielen Menschen noch immer als nicht "normale', wirkliche Erkankung eines Organs, hier des kompliziertesten unseres Körpers, (oder mit Verachtung des Betroffenen) angesehen wird, wollte ich schildern, was man empfindet, wie schlimm es ist. Da hilft kein Zusammenreißen... Ich bin auch noch nie unzufrieden gewesen, sondern freute mich des Lebens und seiner Herausforderungen.
Dir danke ich herzlichst!
Uwe

04. Okt 2018

Hallo Uwe, das ist eine typische Herbstdepression. Trink Brennnesseltee dagegen, hat selbst meinen starken Kopfschmerzen von gestern geholfen, als ich dachte, ich brauchte mindestens eine Woche Pause vom Laptop. Gibt es in Apotheken oder bei Rossmann: Zwei Beutel pro großer Tasse, eine Viertelstunde ziehen lassen, zweimal am Tag. Ingwertee ist auch sehr gut. Davon kannst Du trinken soviel Du willst. Gute Besserung und liebe Grüße,

Annelie

05. Okt 2018

Liebe Annelie,
also jetzt hier!!!
Wenn du hier bei Lpro fehltest, da fehlt
1. uns allen und natürlich auch mir so viel, wie du dir nicht vorstellen kannst, und
2. dem Lpro ein Riesenstück Qualität!

Einen solchen Kultur- und Poesieverlust zu verursachen, du Kelchin einer Lilie, das zieht strafrechtliche Verfolgung nach sich!

Und danke für den Rat,den hebe ich mir aber für Kopfschmerz auf, hihi.
LG an dich.
Dein Uwe (dass du Durchblick gewinnst)

04. Okt 2018

Depressionen sind nicht ohne. Es gibt leichte, schwere, manisch-depressive, alle leiden darunter, mehr oder weniger. In meinem Umfeld gab es mir eine Nahestehende …, wie oft hatte ich Angst um sie, das sie sich was antut.
Sie tat es nicht, ließ sich so lange helfen, bis die Hilfe anschlug. Unterstützt und verstanden von ihrer Familie, die da war, immer.

Liebe Grüße
Soléa

05. Okt 2018

Liebe Soléa,
danke für dein Anteil haben. Mir geht es hier zu gut, scheint mir, von solchen Menschen wie euch Lyrik zu lesen - und Antwort geben oder erhalten!
Leider hab ich nur immer zu viel von einem:
Mir fehlt zu viel Zeit.
LG Uwe

05. Okt 2018

Alf, wie bist du nur immer erfrischend!
Ich freute mich so sehr über deinen Satz. Doch über eines mehr: Über dich.
Uwe

05. Okt 2018

Hihi, Alf, "unterkriegen", mir sei echte Kerle, lagen schon oft auf der Fresse und rappeln uns - sogar mit Humor - wieder auf.
(Au weh, vielleicht glaubst du, gar keine Fresse zu haben. Ja klar, aber das hab ich mir beim besten Willen nicht denken können!)
LG Uwe

05. Okt 2018

Nicht unbedingt gute Ratschläge dabei, leider.
Eine echte Depression ist immer lebensgefährlich und bedarf fachärztlicher Versorgung !
Anitidepressiva sind fast immer unverzichtbar.
Wer eine Lungenentzündung hat, wird auch nicht durch positives
Denken und Homöopathie gesund.
Und lieber Uwe, du hast Recht, psychiatrische Erkrankungen
sind immer noch von den meisten Menschen
schlecht verstanden weiterhin tabuisiert.
Gute Besserung
ulli

05. Okt 2018

Lieber Ulli, du feiner Kerle!
Ich weiß gar nicht so richtig, warum ich mich über dein Interesse besonders freue. Als wärest du evtl. ein komplizierter (nicht im Sinne von schwierig!) Bursche, dessen Vertrauen nicht leicht zu erringen sei, und wenn, dann ist es zum Staunen und freuen.
Herzlich danke ich dir für deine profundene Zuschrift.
Ein herzlich lieber Gruß an dich. Bleib ja immer, wie du bist. Das beinhaltet jedoch, so vermute ich sehr stark, du entwickelst dich ständig weiter, hinterfragst deine Erkenntnisse und bist kinetische Energie.
Uwe

05. Okt 2018

Lieber Ulli, ich habe nicht angenommen, dass Uwes Depressionen so schwer sind. Selbstverständlich hilft dagegen kein Brennnesseltee, kein Ingwertee. Aber eine gesunde Lebensweise trägt auch zur Heilung bei. Mir hat gegen Depressionen Yoga sehr geholfen. Ich habe schon gegen abgrundtiefe Niedergeschlagenheit kämpfen müssen - aus Gründen, die ich nach und nach erkannt habe. Uwe ist oft sehr lustig und aufgedreht; nie hätte ich gedacht, dass er Depressionen haben könnte. Ich wünsche ihm gute Besserung und dass er jemanden hat, der ihm in den schweren Stunden zur Seite steht.

Liebe Grüße zu Uwe und Dir,
Annelie

05. Okt 2018

Liebe Annelie,
wir alle hier kennen aus deinen Gedichten und deinen Kommentaren dein Herz! Hab bitte, bitte nicht die Sorge, Ulli oder ich oder ein Leser würde dir anderes zumessen, als du in bester Absicht aussagst! Du bist fern jedes Misstrauens.
Hast du es gründlich gelesen und laufend dazu genickt?!
LG Uwe

05. Okt 2018

Ihr Lieben,da fällt mir ein Stein vom Herzen,wenn es keine wirklich Depression ist.
10-15% aller an Depression erkrankten sterben durch Suizid.Ich musste deshalb so schreiben,sorry.
Aber man sieht schon, dass mit dem Begriff a bisserl unscharf umgegangen wird.
Angst und Depression sind Zwillinge.
Aus meinem Archiv( ich lebe seit Jahrzehnten mit einer Angsterkrankung und habe Psychiater und Neurol.
als Freunde, habe mit diesem Handicap gelebt, so gut es eben ging.Bin stark und schwach zugleich) :
in schwerer Depression
verschwindet
Musik und Ton

zum schwarzen Loch
wird diese Welt
alles Denken auf Null
und abgestellt

alle Farben
werden zu
Illusion
freier Wille
nur noch
schierer Hohn

Lebenskraft und
Motivation
sind längst
gestorben schon

ein großes 'cave'
an mitleidsvolle
Brave

zur wirklich bösen Tat
wird gut gemeinter Rat
wer meint
empathisch zu verstehen
hat keine Ahnung
sollte gehen

eine Depression
zu überstehen
heißt von den Toten
auferstehen

LG
ulli

05. Okt 2018

Oh, mein lieber Ulli,
Scheiße, das hab ich nicht vermutet. Hätte ich bloß nicht das Gedicht geschrieben. Unsere liebe Anouk hat einen ihrer Freunde verloren, ich habe bemerkt, wie betroffen sie ist und dass sie wenig (bzw. noch weniger als wenig) über diese Krankheit weiß, deshalb das Gedicht geschrieben, um zu vermitteln, wie machtvoll Depression niederdrückt, wie unerträglich das Weiterleben wird. Oft misst man denen, die es nicht vermochten, wird Verachtung statt Anteilnahme zugedacht, nicht so Anouk gegenüber dem Freund, aber vielleicht blieb es ihr unverständlich, dass er das Furchtbare, sich selbst morden, getan hat. Das hast du in deinem Gedicht gut gesagt: Freier Wille wird zum Hohn... es überstehen ist fast Wunder, so groß wie Auferstehung.

Und, lieber Ulli, wir sehen, wie leicht bei schriftlichem Austausch Missverstehen entstehen kann. Annelie hatte (s.o.) eine Sorge? Unnötig, wir kennen ihre Güte und ihre guten Anliegen besser, als sie glaubt.
LG Uwe

05. Okt 2018

Nach der Lektüre dieser Kommentare freue ich mich auf das Wochenende.
Alles Gute für euch !
Der Mensch kann gut sein . . . er muss es üben.
LG
ulli

06. Okt 2018

Lieber Uwe,
eine Depresssion entsteht, wenn das Herz nicht findet, was es sucht, wenn die Lebensumstände nicht so sind, wie man sie braucht - das habe ich mal irgendwo gelesen und ich denke, da ist viel wahres dran. Etwas zu ändern, ist schier unmöglich, wenn man in dem grauen Nebel der Depression gefangen ist und ja, die Akzeptanz und Hilfe von Außen ist unerlässlich, um sich langsam wieder ans Tageslicht vor zu kämpfen und vielleicht etwas zu ändern. Alles Gute für dich!
LG Sigrid

06. Okt 2018

Tach Uwe,
nach Ansicht von 'Wer mag denn noch den toten Haydn leiden?' beneide ich dich schon
ganz schön um dein zeichnerisches Talent ! Da hab ich nix.
Die Texte zu den Musikern sind echt witzig-kreativ und auch respektlos.
Das gefällt mir.Bin selbst Hobbymusiker seit . . . über vierzig Jahren. Fing für mich
alles mit den Beatles an so 1962, da war ich 10.
Hätte mir auch als Gitarrist ( wie als 'Dichter') ein wenig mehr Talent gewünscht.
Na ja, man muss mit dem Leben sein zufrieden sein und mit dem,was man hat.
herzliche Grüße
ulli

07. Okt 2018

Ulli bester,
ich freue mich, dass dir das Buch gefällt und dass du Musik magst und sogar selbst spielst! Wie wertvoll das für dich ist, kann ich nachvollziehen. Warum es in dem Buch so respektlos zugeht, klärt sich am Ende des Buches schlagartig auf. Die Komponisten wollte ich unbedingt ähnlich hinkriegen, dabei sollte der Federstrich aber locker bleiben, dass es nicht dilletantischer Abklatsch wird. Da ich nur immer in Öl male, fehlte mir zu Beginn der Schwung und manchen Komponist, z.B. den Wagner hab ich die 11x gezeichnet, bis ich zufrieden war. Das dauerte einen ganzen Tag. Erst als ich dazu stundenlang Wagnermusik anhörte, gelang er mir. Und der Witz daran ist: zuvor hatte ich seine Musik lächerlich pompös empfunden (auch deshalb nicht gemocht, weil er Antisemit war!), und nach diesen Stunden liebe ich seine Musik, nicht aber ihn, eben wegen seiner antisemitischen Auffassung nicht. Fast nudelt er einen durch eine seelische Zwickmühle, der Kerl, aber er ist eindeutig ein Genie.
Na, da lies mal schön. Die respektlosen Verse haben trotzdem fast alle konkreten Bezug auf die Komponisten, die verehre ich allesamt!
LG U.