honighärte

Bild von Perry
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im september verliert der sommer seine kraft
und die sonntage tragen einen dunklen rand
unter den augen hinter der gucci sonnenbrille

während draußen der wind die blätter verweht
steht drinnen alles auf seinem gewohnten platz
der schaukelstuhl am fenster lockt wippend

mit der zeit ist der honig im glas hart geworden
ich stelle ihn ins warme wasser damit sich
das summen der bienen wieder streichen lässt

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Kommentare

05. Feb 2019

Danke, Manfred, diese Septemberimpression ist Dir so gut gelungen, dass ich mich sofort einfühlen konnte und alles, in einem warmen Honiglicht getaucht, vor mir gesehen habe. Das ist nicht so leicht zu schaffen, wie man glauben möchte. Ein sehr gutes Gedicht also.

Liebe Grüße,
Annelie

06. Feb 2019

Hallo Annelie,
Honig bzw. Bernstein ist eine besonders gut einsetzbare Metapher für alles was dem harten Licht der Realität nicht standhalten kann.
Danke für die Wertschätzung und LG
Manfred