Das Grausen

von Alf Glocker
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Der Sturm des Lebens hat den Ast geknickt,
auf dem der Affe saß und fror -
und darum fiel er in ein Loch!
Denn Gott hat ihn in den April geschickt,
das kommt bei Affen manchmal eben vor.
Und manchmal steigt der Affe draus hervor!

Doch manchmal bleibt er unten und vergeht.
Dann kommen tausend Maden,
die ihn genüsslich bald verspeisen -
dann sind die Äste oben reichlich öd'.
Das ist jedoch kein großer Schaden,
weil Bäume trotzdem in den Himmel weisen.

Der Wald kommt ohne Affen, die auf Ästen
so klug sind, daß sie an keine Stürme denken,
ganz wunderbar, ja besser aus,
weil Affen sich an seinen Früchten mästen -
er kann sie locker jemand anderem schenken,
denn groß und offen ist sein schönes Haus.

Und wenn bisweilen starke Stürme brausen,
dann wird er in den Kronen etwas licht,
bisweilen fällt dann Unrat auf die Erde!
Wenn der aus Affen ist, die sich grad' lausen,
wird deutlich klar: sie waren nicht ganz dicht -
sonst übten sie zur rechten Zeit das Grausen.

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Kommentare

05. Aug 2016

Wieder mal reich an Interpretationsmöglichkeiten. Vieldeutig - so denke ich. Ja, der Affe... Was sagt die Abstammungslehre? Dieser Text - ein typischer Alf-Text. Klasse.
LG Monika

05. Aug 2016

Ganz offenbar doch Menschen-Affen!
(Die die Menschlichkeit kaum schaffen ...)

LG Axel

06. Aug 2016

Sind Affenmenschen Menschenaffen,
machen Menschen sich zum Affen -
ob die Menschen sich noch schaffen?
Ich glaub nicht, daß sie was raffen!

LG Alf