Längst verbrannt

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Wer kannte noch den alten Wehner,
der Mit-Politiker aufmischte?
Er zog recht gerne mal vom Leder ...
Gnatternd war er damals jener,
der Politik schimpfend „erfrischte“;
das weiß heute wohl nicht mehr jeder ...

Immer härter werden Bräuche,
überall in der Gesellschaft,
Politik zur Kampfarena.
Russen halten sich die Bäuche,
verunsichern mit Leidenschaft:
Was ist falsch? Und was noch wahr?

Zweifel werden fein gestreut,
Falschmeldungen breit gesät,
Wahlvolk wird kopflos gemacht.
Das wird zur Gewohnheit heut,
oftmals ist es dann zu spät:
… Destabilisierungsnacht ...

Vielleicht wär's ganz gut zu wissen
für alles intrigante Volk,
vollkommen gleich, aus welchem Land:
Das Hacken von „Geheimnissen“,
mit denen ihr verwirren wollt,
ist für uns nicht mehr interessant.

Langweilig wird's und abgenutzt,
ihr müsst euch Neues wohl ausdenken,
sonst fahrt ihr heftig an die Wand.
Ihr habt's zu häufig jetzt benutzt
und könnt‘s euch für die Zukunft schenken –
DIES Vorgehen ist längst „verbrannt“.

© noé/2017

Interne Verweise

Kommentare

06. Mai 2017

Verbrannt und auch noch hirnverbrannt:
Solch Psycho-Spielchen fehlt VERStand ...

LG Axel

06. Mai 2017

Hallo noé, ich "kannte" den alten Wehner noch. Das war ein Aas - wie der die Debatten aufgemischt hat und Willy Brandt hundsgemein ans Leder gegangen ist. Der (Wehner) kam gleich hinter Franz Josef Strauß. - Gutes Gedicht, subtil.

Liebe Grüße,
Annelie

07. Mai 2017

früher gab es noch Persönlichkeiten -
heute quasseln nur noch Komiker mit deutlicher Mattscheibe!

07. Mai 2017

Danke, ihr Lieben!
Eine kleine Geschichte:
In meiner Heimatgemeinde gab es mal einen ("neuen", aber älteren) Kaplan, der in seinen Predigten die Leute regelmäßig so zum Kochen brachte, dass sie die Messe reihenweise unter Protest verließen. Da nahm ich (damals zehnjährig) ihn mir vor und kündigte ihm an, wenn er weiter dermaßen danebenhauen (provozieren) würde, würde er damit nur erreichen, dass die Kirche sich dauerhaft leerte. Woraufhin er leicht zu schmunzeln anfing und mir (fast wörtlich) verriet: "Dass die Leute eher und unter Protest gehen, ist gut. Das zeigt mir, dass sie wenigstens ZUGEHÖRT haben. Und wenn sie zuhören, fangen sie auch an nachzudenken. Und genau DAS ist es, was ich will!"
Er hatte recht. Seine (nach außen) sehr burschikose Art brachte auf Dauer die Leute wieder (und mehr davon!) in die Messen zurück ("in die Kirche" will ich nicht sagen, weil dazu noch mehr gehört) und seine Predigten wurden legendär (und sei es nur aus Sensationslust). Auf Dauer belebten sich sogar die innergemeindlichen Aktivitäten.
Auf die Politik bezogen: Wer hört denn dem heutigen Geseiere noch zu. Wer hat denn überhaupt noch was "rüberzubringen" von den Figuren, die sich die Diäten (UNSER Geld!) einsacken. Wer von uns fühlt sich da denn noch animiert, sich die Wathosen anzuziehen und in DEM Sumpf nach festem Boden zu suchen (mal ganz generell als Rundumschlag - im Sinne von "alle in einen Sack und draufgehauen: triffste IMMER den Richtigen!").
Dein "subtil", liebe Annelie, hat mich besonders gefreut!!

07. Mai 2017

Dieser Kaplan hätte mir gefallen.- Es gibt auch (wenige) Menschen, die sich selber schlecht machen und sich hinterher darüber amüsieren, wenn die Leute über ihn/sie tratschen. Sehr, sehr selbstbewusst (im Guten) muss man dazu sein. Ich glaube, ich bin zumindest auf dem Weg dorthin.

Liebe Grüße,
Annelie