Trinkspruch

Bild von Peter H Carlan
Mitglied

Freunde, Brüder, ihr Halunken,
göttlicher Dionysos,
Geist des Weines, uns macht trunken,
was durch unsere Hälse floss.
Singt mit uns die alten Lieder,
selig, wer mit uns verweilt,
leert die Humpen immer wieder
eh´ die junge Nacht enteilt.

(2015)

Mehr von Peter H. Carlan lesen

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Kommentare

09. Mai 2016

Dionysos ist ein Gott - da geht es doch um eine heilige Trunkenheit, um Ekstase, nicht um Sauferei - oder hab ich da was missverstanden? Jürgen

09. Mai 2016

Hallo Jürgen, manche Götter sehen das anscheinend nicht ganz so eng. Schließlich hat auch Jesus Christus bei der Hochzeit zu Kana(an) dafür gesorgt, dass die schon trunken werdenden Gäste nicht auf dem Trockenem sitzen.

Zitat aus der Bibel:

"7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan.
8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm.
9 Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten's, die das
Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam
10 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie betrunken werden, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt
zurückbehalten."

Gruß, ph

09. Mai 2016

Nun, ich habe das als junger Mensch ein Mal gemacht - und dann nicht wieder. Es ist einfach zerstörerisch, sich den Hals volllaufen zu lassen. Etwas anderes ist es, Wein bei einem Fest zu genießen, dann wie in Platons Symposion mit dem Herzen zu reden oder wie bei der Hochzeit zu feiern und zu tanzen! Da gehört ein Schuß Trunkenheit hin, aber keine Halunken. Jürgen

09. Mai 2016

Unter Freunden oder Brüdern ist die Anrede "Ihr Halunken" sicherlich nicht wörtlich zu nehmen sondern mit einem Augenzwinkern. Ansonsten genieße ich -wie du auch, denke ich - gelegentlich gerne mal zu einem guten Essen ein schönes Glas trocknen Weißweins.

Im Übrigen ist das Gedicht nicht als Aufforderung zum Komasaufen gedacht. Es ist doch nur eine launige Persiflage auf Schillers "Ode an die Freude".

ph