Begegnung mit einem Reh

Bild von Jürgen Wagner
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Sehr gut geschützt weilt es am Tag
Im Dickicht hinter Busch und Baum
Es fühlt sich sicher, ohne Frag'
Zur Dämm‘rungszeit - da sieht man's kaum

Ganz ruhig äst‘s vor mir, lässt sich Zeit
Geschützt durch seine scharfen Sinne
Ohr, Nase, Auge - stets bereit
N u n wittert’s etwas - und hält inne!

Voll Anmut steht's am Waldesrande
Schaut mich mit großen Augen an
Ich fühle zarte, inn’re Bande
Es schlägt mich ganz in seinen Bann

Mit einem Satz verlässt's die Lichtung
Springt in den Tann, verbirgt sich dort
Ich weiß nicht mal, in welche Richtung
Grad war’s noch da - jetzt ist es fort

Ganz friedvoll ist’s in mir geworden
Wir haben uns still angeschaut
Mit Neugier, Scheu - und etwas Sorgen
Ein sanftes Wesen ist uns traut

2019

© Allan Wallberg, 123RF

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Interne Verweise

Kommentare

09. Aug 2019

Dichter Hermann Löns hätte seine große Freude an deinem Gedicht gehabt.
Es ist ein großes Lob auf die Natur - angesichts eines wunderschönen Rehs.
Sehr, sehr gerne gelesen.
HG Olaf

10. Aug 2019

Laß deine Augen offen sein,
geschlossen deinen Mund,
und wandle still,
so werden dir
geheime Dinge kund (HL)

Ich kannte ihn bisher nur vom Namen. Danke für den Hinweis! Und Deine Wertschätzung! Jürgen