Abschiedsgeschenk

von Ingrid Herta Drewing
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Es malt der Herbst so farbentrunken
und wirkt dies opulente Bild
des Lebens, das nach grauem Unken
des Nebels, dessen Kraft gesunken,
im Sonnenlicht den Tag erfüllt.

Dies Spiel der Farben, Augenweide,
ein himmlisch' Blau blickt aus dem See,
und kräuselt Wind ihn, blinkt Geschmeide,
dort wo sonst übers Haar der Weide
den Schleier wirft die Nebelfee.

Ich schau beglückt, berauscht von Tönen
der Farben, deren warme Glut
Vergänglichkeit scheint zu verhöhnen,
hell leuchtend hier mit allem Schönen,
was die Natur verschenkt so gut.

Da liegt im Abschied schon Beginnen,
die Wiederkehr, und sei's noch weit,
wird doch in Frühlings zartem Sinnen
erneut das Leben licht gewinnen,
und Winter weicht der neuen Zeit.

© Ingrid Herta Drewing

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Kommentare

09. Okt 2018

Hallo liebe Ingrid, dein Gedicht ist voller feinsinniger Bilder und wunderschön in seinen Formulierungen. Da wird bestimmt auch der größte Herbst-Muffel zum Herbstfan. Du hast mich verzaubert:
"und kräuselt Wind ihn, blinkt Geschmeide,
dort wo sonst übers Haar der Weide
den Schleier wirft die Nebelfee."

Wer könnte da nicht berührt sein?

Danke fürs Posten dieser schönen Zeilen
sagt
Anouk -- liebe Grüße

09. Okt 2018

Ein schönes (Abschieds)Geschenk, wie ich finde …

Liebe Grüße
Soléa

11. Okt 2018

Wundervoll!
Du hast auf die Schönheit des Herbstes ein festliches Tischtuch gebreitet und schönste Poesie aufgetafelt... Da bekomme ich Hunger auf mehr und muss dich zu meinem Lesezeichen hinzufügen. Frechheit von dir, nun werde ich poesiefett?
LG Uwe