ICH WÄR SO GERN ...

von Thomas Brod
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Ich wär’ so gern ein Gedicht,
das auch schön poetisch spricht,
gefeilt, geformt und „So-nett“,
gepaart mit Kind als Triolett.

Würd’ ich geliebt am Anfang schon
wär’ ich ganz klar Akrostichon,
doch spaß und spöttel „ick“,
nennt man mich doch nur Limerick!

Wär’ gern Tanka und Haibun,
zeigt’ mich doppelt im Pantun
und als Konkrete Poesie
braucht’ ich der Worte einfach nie!

Ideen brauch ich für‘s Gedicht,
auf Rechtschreibung ist kein Verzicht!
Drum mag ich kein Gefasel,
doch wär’ ich gern ein Ghasel.

Terzine und Sestine -
ich wär’ auf einer Linie
verspielt, verträumt, im Gegenstrom,
ich gäb’ mich her als Palindrom.

Als Akrobat Abecedarius
schrieb ich es dir mit einem Kuss
Käm‘ mit einer Liebes-Glosse
gern zu dir auf hohem Rosse.

Und hieß ich Siziliane -
ein Elfchen – und wär‘ im Wahne,
tanzt ich Rondeau und Ritornell
wär’ Blank-Vers lyrisch eventuell.

© by Thomas Brod 2008/2019

Das angegebenen Thema "Selbstfindung" ist ironisch gemeint.

Coverfoto von dem gemeinsamen Buch mit meinem Zwillingsbruder Andreas
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Kommentare

11. Aug 2019

Ghasel liebte kein Gefasel(l). Dein Gedicht hätte ihn (mit Übersetzung) angeprochen.
Ich halte es mehr mit Maulana/Mevlana Rumi.
HG Olaf