Verfrühter Abschied vom Herbst ...

von Annelie Kelch
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Der Herbst vergeht wie ein liebgewonnener Schmerz und
Auch ich sterbe ein Stück vor mich hin, während vom Baum
Das letzte Blatt fällt.

Mond, alter Verführer, stellst deinen schimmernden Fuß
In den Abend und mein Herz will Hand an sich legen.

Es hält die Sehnsucht nicht aus, die Sehnsucht nach einem,
Dem das Wort „Liebe“ nimmer über die Lippen kommt.

So schweige auch ich über den träumenden Dächern der Stadt –
Trinke Wasser statt Wein und bleibe jung wie das Fleisch einer
Muschel.

Aber mein Lied … es findet immer einen Weg zum Wasser.
Die Wellen rufen: Komm in unsere Arme, noch sind wir vom Eise
Befreit ...

Es fährt mit den Schiffen zur See; Matrosen pfeifen die
Melodie, sobald der selige Rausch der Nächte verflogen ist.

Der selige Rausch des Weines und meiner Liebe zu dir,
Die mich nächtelang wachhalten will.

Winteranfang ist am Freitag, den 21. Dezember ...

Eigenes Foto: Hamburger Hafen, von mir digital bearbeitet
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Kommentare

11. Dez 2018

Ich pfeife nicht - auf Dein Gedicht!
(Dazu dies feine Bild besticht ...)

LG Axel

11. Dez 2018

Dank, Axel, Dir, für Deinen Kommentar,
der nett und gar nicht eisig war.

LG Annelie

11. Dez 2018

Mit der Magie Deiner Worte erzeugst Du in mir eine Stimmung, die mich in die Welt Deiner Sehnsüchte führt. Das hast Du wahrlich drauf, liebe Annelie. Toll!

LG Monika

11. Dez 2018

Liebe Monika, über Deinen Kommentar freue ich mich riesig. Es ist doch schön, dass ich Dich eine kleine Weile aus der Welt des Alltags entführen durfte. Lieben Dank auch für Dein freundliches Lob.

LG Annelie

11. Dez 2018

Danke für dieses ausgezeichnete Herbstabschiedsgedicht, verfasst in der Dir eigenen hoch poetischen Sprache …

liebe Annelie, sei herzlich gegrüßt – Marie

11. Dez 2018

Danke, liebe Marie, über Dein Lob und Deine wohlwollenden Worte habe ich mich sehr gefreut.

Sei auch Du herzlich von mir gegrüßt,
Annelie

11. Dez 2018

Melancholie verspürt beim Lesen ; aber Du läßt die Hoffnung durchschimmern, mag auch die Sehnsucht wie nicht aushaltbar sein nach Liebe, nach einer entschwundenen, vielleicht. Eine sehnsuchtsvolle Träumerei, wehmütig und schön zugleich, so lese ich Deine Zeilen. Ein lieber Gruß kommt von Ingeborg

11. Dez 2018

Liebe Ingeborg, man kann sogar den Herbst liebgewinnen. Kaum hat man sich an ihn gewöhnt, ist er entschwunden. Ich trug bereits Handschuhe an zwei Tagen, und da ich seit kurzem sehr wetterfühlig bin, habe ich mir "Natrium chloratum" in der Apotheke gekauft, gegen "Wetterumschwungskopfweh". Den Tipp habe ich aus einem Gesundheitsbuch. Dort stand: Natrium mu. = Natrium muriaticum = natrium chloratum, sprich Kochsalz. Mein Gott, und heute schaute ich nochmal im Internet nach ... wär fast vom Glauben abgefallen: Da charakterisieren die Dich mit all Deinen Krankheiten, die Du angeblich noch im Leibe hast. Alles total ausgedacht, nichts trifft zu, außer dem leichten Kopfweh einzig bei heftigen Wetterumschwung. Globili heißen die Dinger - winzig klein. Nein, ich glaub nicht dran. Yoga und jeden Tag an die frische Luft ist wohl noch das beste Rezept. Danke für Deine lieben Worte.

Es grüßt Dich ganz herzlich,
Annelie

11. Dez 2018

Wie wehmutsvolle Weite, wie die melancholische Melodie eines alten, russischen Liedes, wie ein gedankenschweres, wunderbares Gedicht der Dichterin A. Kelch!
Sag bitte zum genannten Namen keinen Buchstaben der Abwehr, es wäre falsch. Ich bin sehr berührt.
Uwe

11. Dez 2018

Lieber Uwe, Du bist berührt ..., was mich sehr freut, und ich bin gerührt über Deinen Kommentar ... vergleicht er meine Zeilen doch mit einem russischen Lied, womöglich mit "Kalinka, Kalinka, Kalinika, moja ...." Wo ich die russischen Volkslieder doch so sehr liebe, schon immer, schon als kleines Kind. Danke für deine rührenden Zeilen - nehme ich mit in meine Träume.

LG Annelie

12. Dez 2018

Liebe Annelie,
Abschied, Sehnsucht, Liebe: Starke Gefühle, die in Deinem wunderbar, komponierten Werk, ausdrucksstark, melancholisch, wie der Herbst selbst, poetische Sprache finden, der ich mich nur allzu gern hingegen habe :)

Guten-Morgen-Grüße,
Ella

12. Dez 2018

Guten Morgen, liebe Ella, es ist 07:30 Uhr, und "ich bin soeben aus dem Bettchen gefallen" - und dann entdecke ich Deine lieben Lobeshymnen - wenn das kein guter Start in den Tag ist! Hab herzlichen Dank dafür. Es freut mich sehr, dass auch dieser kurzkleine Text bei Dir gut angekommen ist. Einen wunderschönen Mittwoch wünsche ich Dir, der sich - trotz weihnachtlicher Vorbereitungen - auch schöpferisch bemerkbar machen soll.

Sieben-Uhr-einundvierzig-Grüße,
Annelie

12. Dez 2018

Eine mitreißende Komposition hin zum Wasser.
Harmonisch, melancholisch, ein bisschen traurig und
- nicht zuletzt - optimistisch.
Schön!

Herzlichen Glückwunsch
Willi

12. Dez 2018

Danke, lieber Willi, für Deine lieben Worte und für die feine Interpretation, die mir sehr gut gefallen hat.

Herzliche Grüße zu Dir und Gulan ins schöne Schweden;
es gibt hier einen neuen Kinofilm über Astrid Lindgren, der wohl
sehr sehenswert sein soll und schlicht "Astrid" heißt;
aber das wisst ihr sicher schon längst.

Annelie

12. Dez 2018

Hallo Annelie,
ich denke, "befreit vom (inneren) Eise" kann man zu jeder Jahreszeit sein. Solange uns noch ein Lied zum Hafen lockt, brauchen wir keinen Wein um mit dem Mond zu träumen. Und sollten die Wellen zu arg locken, dann darfs ruhig ein steifer Grog zur Stärkung sein. :)
Gern mitgesummt und LG
Manfred

12. Dez 2018

Hallo Manfred, über Deinen Kommentar habe ich mich sehr gefreut. Er ist so schön "hafenlieb". Alkoholisches trinke ich schon längst nicht mehr, kann ich sicher auch gar nicht vertragen, würde sofort ins Traumland fallen. Früher habe ich im Winter, in Husum, wo der Eisenmann mit sehr viel Schnee oft hauste, abends mal einen Grog getrunken, aber insgesamt gewiss nicht mehr als fünf an der Zahl. Bier habe ich nie getrunken und insgesamt nicht mehr als sechs, sieben Cognacs im Leben. Die habe ich allesamt auf Willy Brandt geleert, der ja auch gerne mal ... Freue mich, dass Du mitgesummt hast, hätte gern Deinen Wienerischen Dialekt gehört.

LG Annelie