Trauer und Freude

von Johanna Blau
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Wage doch Trauer zu tragen,
Obwohl niemand mir Trauer zu spricht.
Wie wohl in dunklen Tagen fürchte ich gerade das Licht.

Sage doch Freund zu meinen Feinden,
Wie mir das Versprechen zerbricht
Daran zu wachsen, was schmerzt und sticht.

Sage noch Himmel zur Hölle,
Engel und Teufel verkleiden sich schlicht.
Verfluche diese meine Haltung trotz alledem nicht.

Wage doch vielen zu sagen,
Dass Furcht mir in die Seele kriecht.
Hoffnung ist, was Wagnis in Schattenkreise flicht.

Verdammt sind mir dagegen viele Konventionen,
Sollen sich denn Lebewesen lohnen?
Unbezahlbar sind sie doch und nicht gemacht für Zölle.

Tand in der Hand, will ich mich schonen,
Weinen und lachen und jede Regung soll mir innewohnen.
Sage doch Freund auch zu dem tief empfundenen Weinen.

Jedes meiner Worte steht für Gefühle,
Ob schmerzlich erfahren oder empfunden im Freudengewühle.
Fehlte mir das, sollte ich diese Wagnis meiden,
Fehlten mir auch die Worte, Freude zu beschreiben.

JB-05-2020

Auwaldweg in Leipzig, Foto: JB
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Kommentare

12. Mai 2020

Keine Lebens-Mittel - sondern Wesen:
Ganz ohne Preis-Schild - auch keine Spesen ...

LG Axel

26. Mai 2020

Was bleiben wird, das sind nicht Überstunden,
So viel Lebenszeit so emsig geschwunden.
Da leb' ich lieber ganz und gar wie heute:
Ausschlafen, Tun was mir liegt und ein Gedichtchen als Fette Beute.

Liebe Grüße an dich lieber Axel, danke für deinen Kommentar.