Aus der Frist

von Alf Glocker
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Oh, ich bin nur ein Traum in der Zeit –
und die Zeit ist ein Traum von mir …
Wir träumen uns gegenseitig herbei!
Wenn wir träumen, sind wir zu zweit:
Eine Spiegelwelt und keine Tür,
die hinausführt – außer dem Tod!
Und draußen unter Sternen ein Schrei!

Das Nichts ist ein Licht und es ist hell –
es führt nirgends hin, denn mein Sinn
ist zu sehen, wie ich gedanklich verfahre.
Ein gewaltiger Irrtum, der sich schnell
hoch erhebt, über Inhalt und Sinn,
und ich gerate niemals aus dem Lot,
denn mich beschreiben die Jahre!

Die Jahre sind allesamt nur Geschichten –
verfasst von den Gespenstern des Jetzt,
allerhand plappernd, gegen Melancholie.
Sie möchten die Zweifel vernichten,
in die uns das stetige Grübeln versetzt …
Uns zu bewahren vor dem, was droht,
sind sie jedoch gewillt – leider nie!

So bleiben die Träume – in seliger Ruh –
nur eine Methode um uns zu erklären,
wie irrational jeder Lebenstrieb ist.
Wir sehen entzückt den Schauspielern zu
und wissen doch immer, wem wir gehören,
in unserer ewigen, angstvollen Not –
bis das Ende uns löst aus dieser Frist!

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Kommentare

13. Okt 2018

Hallo Alf,
Der Gedanke, Die Idee, der TRaum, die Zeit, das Nichts... alles Dinge, die sich in letzter Zeit sehr in meinem Kopf breitmachen und ihn rauchen lassen. In deinem Gedicht lese ich tolle Aussagen darüber, sehr wertvolle Ansichten/Ideen, die du das in Vesen eindrucksvoll zusammenfasst.
"Das Nichts ist ein Licht und es ist hell"... hier horche ich auf. Immer habe ich das Nichts (so es denn nichts geben kann) mit Dunkel assoziiert. Dass du es als Licht interpretierst, finde ich z.B. sehr interessant.
Überhaupt klasse, dein Thema und wie du es hier in formvollendeter Ausführung präsentierst.
Liebe Grüße
Anouk

26. Okt 2018

Diese genz bestimmte Dunkel bezeichne ich als "Nielicht", da es keinen Ursprung und keine Punkte hat, an denen es explizit wahrnehmbar ist...es ist einfach da...

13. Okt 2018

Sein Dasein fristet dieser Text
Nicht allein – er spricht und wächst …

LG Axel