Der Jahresausklang

von Alf Glocker
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Der raue Reif bedeckt und weißt
und zieht das Jahr in einen Grund,
in dem es vor sich hin vergreist,
mit Seelen, die von Herzen wund,
sich noch zu seinem Ende schleppen.
Es war ein Weg mit vielen Treppen!

Wir sind ihn mühsam aufgestiegen,
wohl unter Klagen, denn die Mühen
sind nicht belohnt, mit unsern Siegen -
wir sehen uns am Ende knien
und hoffen auf ein mildes Morgen.
Die Wahrheit blieb uns nicht verborgen!

Zwar haben wir sie abgelehnt,
ganz wie ein Kind, das langsam reift,
das sich nach Traumerfüllung sehnt -
doch Stunden, die nun abgestreift,
in Nebelfahnen schwingen,
vermögen nicht das Glück zu bringen!

Gebrochen liegen alle Schwüre
im Sumpf „Unendlichkeit und Leere“.
Und was uns fesselt, diese Schnüre,
erzeugt die allerletzte Schwere,
die ganz zum Schluß das Jahr erdrückt!
Ja, deshalb gehen wir gebückt!

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