fickrige zeiten

von Manfred Peringer
Mitglied

meinst du die möwen am ende der mole
schreien deshalb so herzzerreißend
weil ihnen die beute weggenommen wurde

glaubst du das licht des leuchtturms hat
bei seiner kreisenden suche nicht bemerkt
dass meine lippen längst blau vor kälte sind

denkst du eine der bordsteinschwalben
lässt mich für ein paar frische fische
eine nacht in ihrem rotlichtzimmer pennen

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Kommentare

14. Sep 2018

einverstanden; doch passt da "fickrig"?

LG Marie

14. Sep 2018

Wahrlich, wir leben in traurigen Zeiten ...

LG Annelie

14. Sep 2018

Hallo Marie,
fickrig bedeutet ja auch unruhig, ungeduldig, zappelig etc.
Ich hatte zuerst "zappelig" wegen der Fische, entschloss mich aber dann für "fickrig" wegen des inhaltlich passenden Bogens zum Schlussbild.
Danke fürs Rückfragen und LG
Manfred

Hallo Annelie,
traurig im Sinn von, dass wir uns im kleingeistigen Egoismus verfangen und so den Blick fürs Große verlieren.
Danke für deine Sicht und LG
Perry

14. Sep 2018

Hallo Manfred, erst dachte ich, du hast dich vertippt und meintest vielleicht "mickrig"
aber, es stimmt, im Synonym Wörterbuch steht fickrig als Synonym für nervös und fahrig eingetragen.

Um eine traurige Zeit im Sinne von "kleingeistigem Egoismus" zu beschreiben, wäre "mickrig" auch passend gewesen . Aber, wie du sagst, es hätte den Bogen nicht optimal zum letzten Bild geschlagen. Das tut das Wort "fickrig" ( das ich bis dato nicht kannte) besser. Ob es dieses Bild der Bordsteinschwalbe im Rotlichtzimmer letztendlich braucht, steht in deinem Ermessen als Autor, nicht in meinem als Leser.
lG
Anouk

14. Sep 2018

Hallo Anouk,
danke fürs genaue Nachspüren!
Mir ging es neben dem "kleingeistigen Egoismus" auch darum, die Verlorenheit des LI in einer Welt falscher Werte zu reflektieren, in der man für Ergaunertes vermeintliche Nähe und Geborgenheit eintauschen möchte.
LG
Manfred