harfengesang

von Manfred Peringer
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es heißt friedhöfe verlangsamen den gang
bis man still vor den gräbern steht
deren inschriften von erlebtem erzählen

man sagt in gruften und krypten sind
in nächtlichen stunden stimmen zu hören
die verlorenes beweinen jenseitiges preisen

buckeln katzen schwarz auf den mauern
und streckt die dunkelheit ihre hände aus
ist es zeit in den kanon einzustimmen

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Kommentare

02. Okt 2018

Gefällt" sagt es nicht annähernd, was ich beim Lesen Vielfältiges empfand.
Der ruhige Ernst, jedes Wort wert, innezuhalten, das edle Anliegen zur Besinnung...
Ich besuchte bei jeder Dienstreise oder in jedem Urlaub den Friedhof des Ortes, wohin ich kam. Am tiefsten beeindruckte mich im Hauptfriedhof Wiens die Jüdische Abteilung...

Ürigens - der Absturz zu "früher" (z.B. Jugendstil oder Art deco Zeit) ist erschreckend, wie kitschig, einfallslos, grauslig, billig die heutigen Gräber sind.
Oder ist das nur eine Sache des Geschmacks, über den sich kaum streiten lässt? Sei es drum, ich empfinde es allzu deutlich.

Nochmals LG Uwe

01. Okt 2018

Dein Gedicht gefällt mir auch sehr gut, Manfred.Gut möglich, dass die Schritte langsamer und bedächtiger werden, weil man die Toten nicht erschrecken will.

LG Annelie

01. Okt 2018

Hallo Annelie,
ich glaube nicht, dass die Toten erschrecken, aber ihre Ruhe wollen wir natürlich nicht stören.
Vielmehr denke ich, es ist sind die Gedanken an unserer eigenes Ende, die unseren Schritt verzögern.
Danke fürs positive Feedback und LG
Manfred

03. Okt 2018

Hallo Uwe,
danke fürs Hineinspüren in die Friedhofsstimmung.
Mich haben besonders die Steinkreuze auf Friedhöfen in Irland beeindruckt, denke aber, dass vorallem der Zeitgeist die Grabgestaltung prägt und die ist nunmal auch Geschmackssache.
Danke fürs Verweilen und Mitsinnen.
LG
Manfred