Scherben Meere

von Ingeborg Henrichs
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Aus alter Heimat musste ich raus
Suchte ein neues Zuhaus
Doch hier nun im fremden Land
Nur ein kalter Himmel mich verstand
Ich trage meine Wurzeln schwer
Denn die hier wollen von mir soviel mehr
Ich zersprenge meine Seele
In meiner Hand die Scherben Meere

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Kommentare

15. Nov 2019

Ich fühle mit Dir, Ingeborg.
Doch bei mir ist es umgekehrt:
Ich verließ das Land meiner Geburt
und fand mein Glück im neuen.

Herzliche Grüße
Willi

16. Nov 2019

Danke Dir sehr, Willi, für Deine persönlichen Worte zum Text, die ich mit großem Interesse gelesen habe. Ein Bruder meiner Mutter machte es ähnlich wie Du. Er verließ nach dem Krieg Deutschland und fand sein Glück in Kanada.
Bei meinem Text handelt es sich um reine Fiktion, ich schreibe im lyr.Ich und versuchte, mich in die Gefühlslage eines hier nun angekommenen geflüchteten Menschen hinein zu versetzen, ungeachtet jeglicher Fluchtgründe, auch habe ich meinen Sprachstil geändert.
Herzliche Grüße schickt Dir Ingeborg

16. Nov 2019

Irgendwie machen mich deine Zeilen auch traurig. Sie erinnern sehr an meine Eltern. Ihr Herz hing an ihrer Heimat.

LG Jürgen

16. Nov 2019

Es muss sehr schwer sein, die Heimat zu verlieren,damit ua. die Muttersprache, die kulturellen Wurzeln. " Die Heimat ist die Heimat", wie es heißt... Ich danke Dir, Jürgen, für Deine persönliche Sicht zum Text, der allerdings fiktiv und im lyr.Ich geschrieben ist. Dieses Gefühl von Traurigkeit, dass so oft in den Gesichtern der Geflüchteten liegt, sollte auch durch meine Zeilen hervorgerufen werden.
Herzlich grüßt Dich Ingeborg

17. Nov 2019

Es ist immer schwer, in einem fremden Land Fuß zu fassen, für Flüchtlinge, die im Enddefekt nicht freiwillig ihre Heimat verließen, noch mehr. Ich selber vermisse meine deutsche Heimat nicht mehr, obwohl ich in der neuen, liebe Ingeborg, zwar angekommen bin, aber nie ganz dazugehören werde. Die Akzeptanz gegenüber „Fremden“ war schon mal deutlich besser, aber die Anfeindungen nehmen immer weiter zu …

Sei lieb gegrüßt
Soléa

18. Nov 2019

Danke für Deine persönlichen Schilderungen, liebe Soleá; erinnert mich an eine Tante, die der Liebe wegen in die Heimat ihres Mannes übersiedelte, die Kinder großzog, auch beruflich zufrieden wurde und mal meinte, dass sie mittlerweile schon auf Englisch träume, aber irgendwas von ihr blieb immer deutsch...
Lb.Grüße kommen von Ingeborg

17. Nov 2019

Meine Heimat habe ich da gefunden, wo die Menschen sind, die zu mir gehören, die ich liebe. Und die Heimat meiner Kindheit leuchtet immer noch golden, wenn ich an sie denke. Ein pakistanischer Taxifahrer hat mit erzählt, er habe eine zweite Heimat zwar nicht in Deutschland, wohl aber in der Stadt Offenbach gefunden, wo er mit Familie und Freunden zufrieden lebt. Der Begriff HEIMAT ist wohl mit sehr individuellen Gefühlen besetzt, liebe Ingeborg ...

HG Marie

18. Nov 2019

Menschen, die wir lieben, zu denen wir gehören, geben Heimat, lassen uns " Wurzeln" schlagen. Günstige Lebensumstände, Zufriedenheit, Wohlergehen und ein passendes Wohnumfeld, wie Du es beispielhaft schildertest, befördern dieses, auch weitab der ehemaligen Heimat, die auch für manche, je nach Umständen, als Herkunftsland betrachtet wird.
Danke, liebe Marie, für Deine interessanten Ausführungen.
Herzlich grüßt Dich Ingeborg

17. Nov 2019

Erzähle uns von deiner Heimat.
Traditionen können oft berückender aber auch bedrückender als ererbte Religionen sein.
Mach uns an Gedanken REICH ! Mach du dich weich !!!
HG Olaf

19. Nov 2019

Bestimmt ein wichtiger Aspekt für geflüchtete Menschen, sich in der neuen Heimat reflektierend mit Traditionen und Religionen ihrer
ehemaligen Heimat auseinanderzusetzen, davon zu erzählen. Danke, lieber Olaf, für Deine bereichernden Anregungen zum Text.
Herzlich grüßt Dich Ingeborg