Magermilch

von * noé *
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Normal für meine Schicksalswelt:
Ich bin’s, die hinten runterfällt,
die in den sauren Apfel beißt,
weil man sie – wieder mal – bescheißt.

Die blödesten von allen Qualen
scheint sich mein Schicksal auszumalen.
Bei anderen geht alles glatt …
schön, wenn man so ein Schicksal hat!

Das gilt in vielen Lebensdingen,
mir scheint fast gar nichts zu gelingen,
selbst, wenn mich kurz mal etwas freut,
bezahle ich’s mit doppelt Leid …

Kaum denk ich grad mal: „Hallo Glück!“,
zieht es das Schicksal schon zurück.
Und wieder war’s ein Griff ins Klo.
Bei mir, da ist das immer so.

Der Frosch macht Butter durch sein Strampeln –
mir hilft kein noch so wildes Hampeln;
ich bin – wie üblich – der Versager:
In meinem Krug die Milch ist mager …

© noé/2018

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Kommentare

15. Dez 2018

In saure Äpfel biss ich oft und fiel ins Loch, ganz unverhofft, und als ich Dein Gedicht gelesen, schien mir, als wär’s für mich gewesen, die Fliege ist verzagt ersoffen, der Frosch entschied sich für das Hoffen, er machte Butter aus der Milch und floh in’s Weite, schlauer Knilch, auch ich bleib lieber Optimist, weil’s Gegenteil der Tod oft ist … die Verse fielen mir grad ein, und Dein Gedicht, das find’ ich FEIN.

LG Marie

15. Dez 2018

Gar nicht mager war Dein Text;
manchmal ist es - wie verhext.

Liebe Grüße,
Annelie