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139. | ka lond in sicht.

Bild von philjazzmetal
Bibliothek

1)
i wass afoch net meah ein no aus, fühl mi vüz weit weg, goa net meah wie zaus
i wass rein goa nix meah von meim lem, leb hoit so dahin, konn da wöd nix meah gem
find ka tüa aus meina situation, die wond rot vaschmiat, is mei letzte station
bin völlig featig, meine neavn om sond, scho vüz tiaf gfoin, varaucht mei vastond.
2)
i kenn mi afoch net meah so guad aus, hob mi vaiat, bin valoan, find net noch haus
i vasteh mei lebm afoch goa net meah, leb hoit so dahin zwischn himml und mea
so vü beses strömt brutal auf mi ein, konn mi net weahn, konn mi davon net befrein
bleibt in mia gfongen, vameaht mein sölischn druck, wo bleibt die ealösung, mecht von hia wieda zruck.
ch1a)
drum varot ma do endlich, warum i grod bei dia do leb
und varot ma do endlich, wohin mi da stoake wind weht
eazöh ma endlich die woahheit, mei gonze lebmsgschicht
hoit mi fest, loss mi nie wieda los, denn a gfüh in mia sogt
es is ka lond in sicht, übaroi ka lond in sicht, ka lond in sicht.
3)
mei hian dröhnt, mei schädl explodiat, mein vastond valoan, ka lebm meah in mia gspiat
geht ois vüz schnö, mei zeit rinnt davon, wie a wossafoi, und des laub foit socht zu bodn
mitm kopf duach die wond, da schmeaz quöt so vü, siag scho ois vaschwommen, leb im teiflsspü
is a ewiga kreislauf in an labyrinth, wan mitm regn und fliag endlos weit mitm wind.
4)
hob mei lebm vagessn, gonz tiaf vagrom, des vasteck bleibt vaschoin, ois hot si vaschom
bin a leare hün, duachsichtig, zabricht leicht, die keazn ealischt, die kroft si scho davonschleicht
bei mia gehts steu beagob, foi a wwigkeit, kumm afoch net umhin, bei mia drängt die zeit
mittn in an stuam, hohe wön peitschn des licht, mit blindheit gschlogn, afoch ka lond in sicht.
ch1b)
denn varot ma do endlich, wofüa si des lebm bei dia no lohnt
und varot ma do endlich, wöchn sinn hots, wonn da tod in an wohnt
drum eazöh ma endlich die woahheit, mei gonze lebmsgschicht
und hoit mi fest, loss mi nie meah wieda los, denn a gfüh in mi sogt
es is ka lond in sicht, übahaupt ka lond in sicht, ka lond in sicht.
ch2a)
denn es is ka lond in sicht, die fösn zafoin, dichta, schwoaza nebl vadrängt des licht
jeda fluchtweg is vaspeat, die lawin kummt ins roin, feina, weissa staub aufs lebm entleat
da sond schmüzt, ois übaschwemmt, da hechste beag vasinkt, unhamlich, düstre stimmung weit ausdehnt
denn es is ka lond in sicht, woahheit ungeschminkt, die wiaklichkeit bestroft uns, is jüngste gericht.
5)
i wass afoch net meah ein no aus, fühl mi vüz weit weg, goa net meah wie zaus
i wass rein goa nix meah von meim lem, leb hoit so dahin, konn da wöd nix meah gem
find ka tüa aus meina situation, die wond rot vaschmiat, is mei letzte station
bin völlig featig, meine neavn om sond, scho vüz tiaf gfoin, varaucht mei vastond.
ch3a)
da sond da vagesslichkeit bedeckt wach mei vafoines grob
in unendlicha zeit kapiat donn a jeda mein woan tod
do bis dahin sündigt ma ohne vü vastond im grön licht
schreit laut auf, suacht si scho blind, do übahaupt ka lond in sicht.

geschrieben am 06./13./15. november 1994 /// 17. juni 1995 /// 25. jänner 1998 /// 27./28./29. juni 1999.pk.
copyright by philipp kirschner.pk.
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