Die Treppe rauf

von * noé *
Mitglied

Siehste!? Sag ich doch, wie's geht!
Fuß in der Tür – und du bist drin!
Stell dich doof und schau recht blöd,
schon hast du den Hauptgewinn!
Ein Buddy noch an deiner Seite:
Ganz sicher gehst du niemals pleite!

Wenn dich einer protegiert,
musst du nur auf Durchzug schalten;
weil man dich in Ruhm paniert,
darfst du deinen Sitz behalten.
Und wenn nicht – das ist erprobt –
wirst du einfach weggelobt.

Dass zwei Esel trotzig bocken,
interessiert dich nur in Ma(a)ßen.
Du kriegst ja deine Frühstücks(fl)ocken,
Sterntaler, die lockersaßen.
Und die dritte, pricklepritt,
nehmen sie auf dem Rücken mit.

Keiner will Gesicht verlieren:
Bald wird wieder mal gewählt!
Lass sie ihren Showdown führen,
weil ja jede Stimme zählt.
Das ist wie (d)ein Zieleinlauf –
schon fällst du die Treppe rauf.

© noé/2018

Buchempfehlung:

Interne Verweise

Kommentare

19. Sep 2018

Der macht nicht wirklich Karriere - erinnere Dich an Dubcek. Auch der wurde versetzt, aber dann hat niemand mehr was von ihm gehört...

Gedicht sehr gut!

19. Sep 2018

Ich weiß schon, lieber Alf, mein lieber Kommentator, dass er damit kaltgestellt worden ist, das ist so beim Hochloben. Aber wenn du deine Pfründe wahrst … wenn’s schee macht ...
Und dass sein Buddy ihm die Hand vor den Hintern gehalten und ihn nicht rausgekickt hat, hat m. E. damit zu tun, dass DIESER diejenige Wählerschaft, die mit den Äußerungen und dem (öffentlichen) Verhalten des obersten Verfassungsschützers konform geht, so kurz vor der Wahl in Bayern noch bei der Stange halten wollte (obwohl für Herrn S. selbst der Zug längst abgefahren ist [ob er das schon realisiert?]), und das, obwohl er doch so geneigt wäre, Madame M. gewaltig ans Bein zu p...
Ich hab einfach nicht geglaubt (und so ist jetzt auch), dass keiner der Öberschten spitz darauf gewesen wäre, ernsthaft auf seinen lukrativen Posten zu verzichten, also den Bestand der „Koalition“ zu gefährden (genug Mühe hat es sie ja alle gekostet, diese gegen alle Widerstände durchzudrücken).
Und dann: Wenn du dir die Miene des „ach so armen Sünders“ in der Zwischenzeit bis zur „Entscheidung“ angesehen hast, wie absolut gelassen und ohne Bedrückung er in die Kameras geschmunzelt hat, war MIR klar, dass er sich um seine finanzielle Zukunft keine Sorgen zu machen braucht und entsprechende Sicherungsabsprachen schon lange vorher getroffen worden sind.
Hauptsache, Herr S. durfte gegen Madame M. den dicken Max herauskehren und jeder sein jeweiliges Gesicht wahren – die Wähler sind ja soo blöd …
(Meine ganz persönliche Meinungsäußerung und Veranlassung zu meinem gedichteten „Triumphgeheul“ ...)
Ich bin eigentlich kein Freund von langen Diskussionskommentaren unter einem (relativ kurzen) Text, aber DAS jetzt … das MUSSTE einfach mal sein!
(Ach, übrigens: Hast du die ganzen Märchenanspielungen mitgekriegt?)

19. Sep 2018

Ja, da werden Märchen wahr:
Es war einmal - und bleibt sogar ...
(Denn jeder siegte - irgendwie!)
[Nur halt nicht die Demokratie ...]

LG Axel