500 Jahre Reformation

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500 Jahre Reformation,
da sag ich mal: Gratulation!

Wo wär'n wir heute hingekommen
mit Ablasshandel unter Frommen?

Zu Luthers 95 starken Thesen
könnt' ich noch dreie hier verlesen:

Ein Gott, ein Glanz, ein himmlisch Licht,
das sich so farbenreich hier bricht

Das Menschenkind im Erdengarten
soll diesen hüten und bewahren

Der Mann, die Frau sind ebenbürtig,
in and'rer Weise mächtig, würdig

So mag der Christenmensch auf Erden
ein Licht und Salz der Erde werden

2017 jährt sich der Thesenanschlag Luthers an die Schlosskirche zu Wittenberg zum 500. Mal, Auch wenn er historisch umstritten ist, waren seine 95 Thesen der Anstoß zu einer europaweiten Reformation der Kirche.

Die Kirchentür zu Wittenberg © Joerg Sabel - Fotolia.com

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Kommentare

21. Feb 2017

Der Luther machte es schon richtig,
und hielt sich auch nicht für so wichtig!
Der Ablasshandel wie "Hartz IV!
macht heut noch Schule, glaub es mir !

Grinsend
ALFRED

21. Feb 2017

Luther hat viel dafür getan, die weltlichen Berufe aufzuwerten - und dem geistlichen Stand gleichzuordnen. Auch normale profane Arbeit war ein 'Gottesdienst' in seinen Augen. Über gerechte Entlohnung hat er vielleicht noch nicht nachdenken müssen. LG! Jürgen

Benedikt B.
21. Feb 2017

Dieses Gedicht ist ein wohltuender Gegensatz zu vielen derzeitigen Ergüssen über die Reformation! Es zeigt deren Essenz und ebenso das, was heute wichtig wäre.

Mein Vorschlag: Schlagt dies Gedicht heute doch an reale, gedruckte oder virtuelle "Kirchentüren"!

Dem Autor herzliche Grüße! Benedikt B.

22. Feb 2017

Ich fürchte, dass man dies allenfalls im Gemeindebrief abdrucken könnte - auf der Seite 'besinnlich'. Wenn an die Kirchentür, dann müsste es schärfer formuliert werden:

1. Es steht geschrieben:

„ …ihre Altäre sollst du umstürzen und ihre Götzen zerbrechen und ihre Haine ausrotten; denn du sollst keinen andern Gott anbeten. Denn der HERR heißt ein Eiferer; ein eifriger Gott ist er“ (2. Mose 34/13-14).

Wir aber glauben, dass diese Gewalt im Geiste Jesu nicht zu rechtfertigen ist. Gott sieht das Herz an, nicht das, was vor Augen ist (1. Samuel 16/7)! Der Eine ist nicht fern einem jeden, ganz gleich, welche Kultur oder Religion oder Hautfarbe er hat (Apg 17/27f).

2. Es steht geschrieben:

Gott sprach: Wir wollen Menschen machen nach unserm Bild; die sollen herrschen über alle Tiere. Er schuf ihn ihm zum Bilde als männlich und weiblich. Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan ...! (1. Mose 1/26-28)

Wir aber glauben, dass der Menschensohn nicht gekommen ist, um zu herrschen und sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben für viele (Mk 10/45). Im Geiste Jesu darf der Mensch so nicht mehr länger mit der Erde und den Tieren umgehen: er muss auch im Namen des christlichen Gottes den Garten ‚bebauen und bewahren‘ (1. Mose 2/15), statt ihn in seiner Macht und Gier zu zerstören.

3. Es steht geschrieben:

Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern in allen Dingen unter wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist. Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat (Epheser 5/22-25).

Wir aber glauben, dass die Rechtfertigung des Patriarchats von Paulus der Schöpfung nicht gerecht wird: ‚Gott schuf den Menschen nach seinem Bild und schuf ihn als Mann und Frau‘ (1. Mose 1/26). Demnach sind beide Geschlechter in gleicher Weise Widerschein des Göttlichen und Repräsentanten der hohen Macht des Schöpfers. Somit sind auch in allen christlichen Kirchen beiden Geschlechtern der Weg zu allen Ämtern zu öffnen, damit die Gemeinde gesund wachsen kann.

LG! JW (https://liederoase.de/vater-himmel/spiritualit%C3%A4t-und-religion)

22. Feb 2017

Ein gutes Gedicht über ein weltweit bedeutendes Jubiläum, das in unserem Land zu wenig Beachtung findet. Nicht nur die Kirchen könnten wieder einmal einen großen Reformator brauchen. Luther hat sich außerdem um die deutsche Sprache verdient gemacht, er hat sie durch seine Bibelübersetzung ins Deutsche in eine einheitliche Form gebracht. Ich freue mich über deinen Beitrag.
LG Marie

22. Feb 2017

Danke, Marie! Ja, das ging tatsächlich Hand in Hand: die Rückbesinnung auf das Neue Testament und die Weiterentwicklung der Sprache. Wahrscheinlich ist das so, dass neue Gedanken auch immer etwas an der Sprache mitformen. Mit Grüßen! JW

Hannah
22. Feb 2017

So wie die Thesen Luthers auf die Probleme seiner Zeit eingingen, so greifen die Thesen in diesem Gedicht und die Weiterführenden des Kommentars die Probleme unserer Zeit auf. Und es wird deutlich, dass man die Schriften aus der Vergangenheit nicht einfach übernehmen kann. Wie würde wohl ein Buch das Gottes Wort enthält, aussehen, wenn es in der heutigen Zeit geschrieben würde?
Liebe Grüße! Hannah

23. Feb 2017

Ja, man muss es aus der Zeit heraus lesen, was er damals schrieb - dann weiß man, warum 'dieser dahergelaufene Mönch' die Geistlichkeit und die Machthabenden nervös machte.

Meine Erfahrung ist: Gott schreibt keine Bücher - und diktiert auch keine. Selbst die Großen der Menschheit (Jesus, Sokrates, Buddha) haben nichts Schriftliches aufgesetzt. Man trägt es in sich - das reicht.

Dennoch freuen wir uns an vielem Niedergeschriebenen und Aufbewahrten. Sonst wären wir heute wahrscheinlich um vieles ärmer. Lieben Gruß! Jürgen

P.S.: Heute kam die Verfilmung von Luthers Frau 'Katharina Luther' im ARD. Konnte es leider nicht sehen, will es aber nachholen.