DAS HOHELIED DER BOHNE

von Volker C. Jacoby
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Der Bohne liegt man gern zu Füßen,
der Kaiserin von den Gemüsen.
Drum heißt es: graben, säen, warten
auf den Ertrag im Bohnengarten.

Es gibt die grünen, gibt die weißen,
kocht man sie weich, hilft es beim Beißen.
Es gibt die kurzen, gibt die langen,
das Buschgeböhn und das der Stangen.

*

Iss wöchentlich, damit sich's lohne,
die gute Suppe von der Bohne!
Familien, Vereine, Truppe,
sie schwören auf die Bohnensuppe.

Fehlt sie, so sagt man sich: "Ich will'se,
die Brühe aus der Frucht der Hülse!"
Man freut sich, werden dann geboten
die feinen Bohnen aus den Schoten.

Man kauft sich meist die Bohnen lose
oder auch - haltbar - in der Dose.
Die Mütter kriegen oft von Söhnen
zum Dank statt Blümen frische Böhnen.

*

Die armen Leutchen aßen Süppchen
mit Böhnchen früher aus den Düppchen,
die reichen Leutchen und die Fürstchen
sich gönnten zusätzlich auch Würstchen.

Im Wilden Westen Mann und Frau
wertschätzten Bohnen, die nicht blau.
Auch Kaffee ließ sich erst gut kochen,
war‘n Bohnen durch die Mühl' gekrochen.

Zur Bodenpflege taugten weiland
die Bohnen gar auf Fest- und Eiland;
Parkett zu pflegen, gab den Ton an
der Hausfrau: sie begann zu bohnern.

Es gab für alle Klimazonen
den Bonus für probable Bohnen.
Und ging der Wunsch nach Lärm verloren,
steckte man Bohnen in die Ohren.

*

Leider vergriff, was kriminell,
als Dieb man sich an Bohnen schnell;
doch gab‘s dafür obligatorisch
den alten Merksatz, grundhistorisch:

„Wer einmal unsre Bohnen klaut‘,
der klaut uns auch das Bohnenkraut!“

vcj

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