Im Winterfieber mit dem Jesuskind

Bild von Annelie Kelch
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O kaltes Land im weißen Feuer meiner Träume ...
Mit schneebedeckten Hängen, dort, wo ritterliches
Heer vor Jahr und Tag viel heißes Blut vergossen.
Und klamm wie tote Katzen lagern auf privaten Yachten
Die eingeholten Segel, deren Sommerstolz verflossen.
Stumm lausche ich dem winterlichen Ticken meiner Uhren,
Derweil ein Pulk von Raben hungert in den Fluren.

Jede Sekunde drängt uns weiter aus dem Leben;
Ins Winterfieber wächst ein eisig langes Schweigen ...
Es schwingt sich übers Fell des Schnees die stumme Seele:
Ein abgezehrter Wolf will einem Hasen an die Kehle.
Du aber lässt es zu, dass ich mich quäle ... in tiefster Nacht
Mit starkem Herzen Leidenschaft und Liebe in mir wecke,
Wenn zart die Rosenknospe im Verstecke entfaltet ihre
Heil'ge Wunderblüte im Stall zu Bethlehem: ein Hoffnungsstern.

… oder in sakrosankten Träumen – mich still und leis zu dir
Auf Wanderschaft begebe. O späte Zeit, dass ich noch immer
Lebe, auf die Vergangenheit nimmer ein Glas erhebe. Allein
Der Freiheit auf der Spur sein wollte, bis irgendwann der
Tod mich holte. Und doch zieht mich ein unfassbares Sehnen
Zurück zu jenem Freudenstrom des Lebens, darin sich deine
Himmelsaugen spiegeln. Lass uns die Freundschaft neu besiegeln,
Gereift in Stunden, da die Gruft mir nah war wie der Himmel.

Eigene Zeichnung, Lamm aus Zeitgründen eingefügt, Copyright: anne li
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Kommentare

20. Dez 2018

Auch im Winter wird es warm -
Ein Text mit Herz, Gehirn und Charme ...
([D]Ein Krippen-Lamm ist ja korrekt -
Nicht, dass sich ein Kamel VERSteckt ...)

LG Axel

20. Dez 2018

Dank, Axel. Dir, für Deinen Kommentar,
der heute wirklich freundlich war.
Der Ochs ... er wollt nicht mit aufs Bild,
sträubte sich heftig und wurd wild.

LG Annelie

20. Dez 2018

Ach, du liebe Annelie, was für ein starkes Bekenntnis - zu schwächelnder Erkenntnis, ich bin beeindruckt und berührt davon.
Hab du frohe Tage, von Herzen wünsche ich sie dir.
Uwe

20. Dez 2018

Lieber Uwe, hab vielen Dank für Deinen starken Kommentar,
der heute wieder sehr erfreut hat und emphatisch war.
Auch dank ich Dir ganz lieb für Deine guten Wünsche ...
Und wünsche Dir zum Weihnachtsfest paar starke Pünsche.
Gib auch Gewürze rein, dann schmecken sie nochmal so gut,
doch vor dem Weihnachtsmann nimm Dich in acht, sei auf der Hut!

Liebe Grüße in den schönen Osten,
Annelie

20. Dez 2018

Die richt’gen Worte find ich nicht für Dein bezauberndes Gedicht, das Kind im Stall, ein Hoffnungsstern, so sähe ich es auch sehr gern, des Winterfiebers stumme Seele, der Wolf, er lauert vor der Höhle, die Raben hungern in der Fluren, sie ticken weiter, unsre Uhren, lass uns die Freundschaft neu besiegeln!! und uns in Himmelsaugen spiegeln!!, das hast Du eindruckvoll gesagt, das trägt mich in die nächste Nacht …

Danke und liebe Grüße - Marie

20. Dez 2018

Freut mich, mein lieb Marie, dass in die Nacht Dich trägt,
was ich an Worten heute hier gewebt.
Sie sollen in den Schlaf Dich wiegen ...
so tief, dass Du nicht hörst, wenn sich die Balken biegen.
Ein Englein soll an Deinem Bette stehn
und nimmer wieder von Dir gehn.

Dank Dir - und schöne Stunden noch für diesen Tag,
das schreib ich Dir, weil ich Dich mag.

Liebe Grüße,
Annelie

20. Dez 2018

Beeindruckend starker Text, Leben bringt Erfahrungen zwischen Himmel und Gruft und doch durchzieht Deine Zeilen diese eine Hoffnung, dieses Sehnen zurück" zu jenem Freudenstrom des Lebens". Berührend finde ich auch Dein Bild dazu. LG sendet Dir, liebe Annelie, Ingeborg

20. Dez 2018

Dank, Ingeborg, Du liebe Gute,
Wie wär dem armen Kind im Stall zumute ...?
Hätt ich es ohne Hemd und Hos gemalt:
Es hätt sich nackt auf Stroh geaalt!
Mit Ariel sind die Sachen jedoch nicht gewaschen;
denn dafür war kein Geld in Josefs Taschen.
Darum verzeih die etwas griesig graue Farbe,
Dein lieber Kommentar macht, dass ich heut nicht darbe.
Ich wünsch Dir jetzt schon alles Gute hier zum Weihnachtsfest
und dass Knecht Ruprecht seine Rute stecken lässt:
Drum tritt vors Schienbein ihm, wenn er nicht hört
und piesepampelig Dein Weihnachtsfest zerstört. ( ; - )))!

Allerliebste Grüße zu Dir,
Annelie

21. Dez 2018

Liebe Annelie, ein wunderschönes Gedicht, das ans Herz geht, und eine ebenso wunderbare Zeichnung. Wie friedlich er liegt , der kleine Jesus, mit geröteten Apfelbäckchen, treu "bewacht" vom Lamm..
Alles Liebe und wunderschöne Festtage wünscht dir
Anouk

21. Dez 2018

Danke, liebe Anouk, für Deinen Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe. Fürs Gesichtchen brauchte ich diesmal nicht lange. Es war sehr schnell so, wie ich es haben wollte. Am End habe ich alles mit meinem Zeichenprogramm coloriert. Das Lamm ist ein "Clip", das ich eingefügt habe. Mein erstes Lächeln heute galt euch drei, als ich nachschauen wollte, wer dieses Gedicht, das ich bereits in der Versenkung verschwunden glaubte, noch mit "lesenswert" bedacht und einen Kommentar dazu abgegeben hat: galt einer lieben schönen Mama mit zwei fröhlich blickenden Kindern. Das ist eine Augenweide.

Auch Dir, liebe Anouk, wünsche ich von ganzem Herzen besinnlich fröhliche Festtage im Kreise Deiner Familie.
Liebe Grüße,

Annelie

21. Dez 2018

So eindringlich wie stark,
- Wort-Inhalte, die ich mag:

Reflektierend nachdenklich -

verströmendes Bekennen,
du hast mich mitgenommen.

Liebe windige Grüße zum verschauerten vierten Advent!

Yvonne

21. Dez 2018

Dank Dir, liebe Yvonne, die guten Worte nehm ich mit mir in die Nacht ...
Sie haben heute Abend mich sehr glücklich noch gemacht.
Sehr gern nahm ich Dich mit auf die Gedankenreise;
denn Du bist lieb und sanft und schön und klug - und leise.

Ein schönes Adventwochenende wünsch ich Dir vorm Schlafengehn,
gewiss schlaf ich gleich ruhig ein - die Nacht wird wohl dank Deiner Worte
sehr erholsam sein.

Liebe Grüße,
Annelie