Weihnachten - Berlin 2016 (mehr als sehr frei nach "Weihnachten" von Joseph v. Eichendorff)

von Alfred Krieger
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Markt und Buden steh'n verlassen,
Traurigkeit prägt jedes Haus.
Blumen, Kerzen auf den Gassen …
Seelenpein weint sich hier aus …

Absperrbänder statt Girlanden
weisen auf den Wahnsinn hin:
Unschuld'ge hier Opfer wurden,
Hass schuf Terror ohne Sinn!

Aus den Mauern, aus den grauen,
mag man flieh'n, so weit man kann,
doch nur Tristes lässt sich schauen,
Schmerz, Wut, Trauer … halten an!

Sterne hoch die Kreise schlingen
auf dem fernen Himmelszelt.
Kann der Himmel Hoffnung bringen
für die Opfer dieser Welt?

Lässt das Böse sich bezwingen?
Längst schon machte es sich breit!
Könnten Engel sie uns bringen -
eine gnadenreich're Zeit?!

gelesen am 22.12.2016

entstanden am 20. Dezember 2016

ak-foto 4/2016
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Kommentare

23. Dez 2016

Lieber Alf,
danke für Deine wohlwollende Bewertung und Deine Anfrage. Natürlich darfst Du meinen Beitrag in der von Dir angegebenen Weise verwenden. (Allerdings scheint mein Gedicht schon wieder nicht mehr "aktuell" zu sein - "Markt und Buden" steh'n verlassen" ... von wegen! Ich sah heute Nacht zufällig einen Bericht, welcher zeigte, dass auf dem Berliner Weihnachtsmarkt anscheinend alles wieder "ganz normal" laufe. Dies mag eine Trotzreaktion gegenüber dem Terrorismus sein, dergestalt, dass man zeigen will, man lasse sich nicht einschüchtern, dennoch fehlt mir dafür jedwelches Verständnis. Die Verletzten werden zum Teil Dauerschäden davontragen, die Toten sind je nachdem noch kaum bestattet, von den Angehörigen will ich gar nicht reden ... Aus Piétät allen Betroffenen gegenüber hätte meiner Meinung nach dieser Markt für die letzten Tage gechlossen bleiben oder zumindest auf eine andersgeartete besondere Art in aller Stille weitergeführt werden müssen. Ist unsere Zeit so schnelllebig geworden, dass ich sie nicht mehr verstehen kann? - Ich weiß es nicht! Vielleicht findest Du Zeit, mir dazu einmal Deine Auffassung mitzuteilen, zumal ich Deine Beiträge zu schätzen gelernt habe - auch wenn ich oft manches nicht so richtig verstehe.)
Es grüßt Dich herzlich und - trotz aller Entsetzlichkeit - mit den besten Wünschen für die kommenden Feiertage
Alfred

23. Dez 2016

Das Sujet scheint schwer und hart!
Der Text ist wunderschön und zart ...

LG Axel

23. Dez 2016

Lieber Alfred, ich kann Dir nur zustimmen! Der Markt hätte geschlossen werden müssen! Feierliche Gedenkgottesdienste setzen kein Zeichen und große Worte von aufgeblähten Fürsprechern von Leuten die den Terrorsimus begünstigen, bzw. zumindest dulden, helfen uns da auch nicht weiter,. Gerade aus diesem Grund möchte ich Deinen Beitrag auf meinen gut besuchten Seiten (selbstverständlich unter Deinem Namen) posten um das deutlich zu machen. Vielen Dank also für Deine Mitarbeit! Dir wünsche ich ebenfalls schöne Feiertage und uns wünsche ich daß wir niemals in ein solches Schlamassel geraten - aber dafür spricht derzeit leider nicht sehr viel. Gruß, Alf

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