Der unsichtbare Schleier

von Somos Eleen
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Wie eine Fessel um die Seele, tragen wir es nah am Herzen,
immerfort und überall mit uns. Es friert das Herz, bestrahlt das Hirn.
Und durch die Straßen ziehen Blassgesichter, ohn jedes Mienenspiel,
erleuchtet, - mit flinken Daumen programmierend unsren Suizid.
Und ging am Himmel, eines nahen Morgens, die Sonne nicht mehr auf,
die Vögel stürzten ab, auch das Werden würd' vergehn, doch unbemerkt,
der Mensch lebt doch im digitales Netz, dem unsichtbaren Schleier,
der uns das Sehen mit dem Herzen hat, schon lange so vergrämet.

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Kommentare

13. Jun 2019

Vielen Dank Ella,
mich würde interessieren wie du meine Bearbeitung des Textes im Vergleich zum Original siehst. Vielleicht magst du dich ja äußern.
Viele Grüße
Somos

Bearbeitung
Wie eine Fessel um die Seele
tragen wir es nah am Herzen.
Immerfort und überall mit uns.
Es friert das Herz,
es brennt das Hirn.

Durch unsere Straßen
ziehen Blassgesichter,
erleuchtet,
ohne jedes Mienenspiel.
Fern dem Nächsten,
mit flinken Daumen
Nähe webend.

Und wenn,
eines nahen Tages,
am Himmel die Sonne
nicht mehr aufginge,
die Vögel stürzten ab
und das Werden würd'
vergehen, -
unbemerkt.

Der Mensch in einem
kühlem Netz verstrickt,
dem unsichtbaren Schleier,
der uns das Sehen
mit dem Herzen hat,
so lange schon
so tief vergrämt.

13. Jun 2019

Um ehrlich zu sein, bevorzuge ich die erste Version.
Sie war es, in die ich mich verliebte und die Begeisterung auslöste. Und wie sich inzwischen zeigt, nicht nur bei mir. :))

Ganz liebe Grüße
Ella