Im Schatten der Platanen

Bild von Ida Reich
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Umringt von Ängsten und Ruinen,
wünscht' ich mir 'nen Götterhain,
in dem mir meine Sinne dienen,
wo Eichen wurzeln und gedeih'n.

Von Axt und Sichel unberührt,
aus der warmen Erde Schoß,
im Unterholz kein Pfeil verirrt,
kein Fußabdruck im ew'gen Moos.

Im Schutz der Schatten der Platanen
würden Pfauenpaare tanzen,
fremd dem Hain sind Speer und Lanzen.
Wie könnt' Selen' den Hirsch ermahnen,
wenn er durch die Auen tollt?
An diesem Ort kein Bogen grollt.

Statt der unterird'schen Quellen,
die fließen und niemals versiegen
und sich an die Felsen schmiegen,
schäumten Perlen aus den Wellen.

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