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Frühling in New York

Bild von Annelie Kelch
Bibliothek

U-Bahn in New York im district 'Queens' -
ein schöner warmer Frühlingsmorgen -
inmitten, zwischen Glück und Sorgen,
im Anzug und in Jeans,
hockt Müdigkeit:
das höchste der Gefühle
zu dieser frühen Zeit.

Viel Sexappeal setzt sich ganz
selbstverständlich neben
*Nikab-Silhouette -
da ist kein Mensch, der
sich deshalb gestört fühlt
oder sich gewundert hätte.

Weshalb denn auch?
In d i e s e r Apathie
liegt viel mehr Gutes,
als man so gemeinhin denkt.
*Dragqueen, chic aufgestylt,
berührt Muslima, die mit einem
Nikab ihr Gesicht verhüllt:
Daraus entsteht ein seltenes,
ein friedfertiges Bild.

Das schoss ein Schwarzer
namens Boubah Barry, ein Student,
hat offenbar 'nen Blick fürs 'coole'.
Mit bösem Aug' würd' dies
beschauen, Mr. President -
besuchte wahrlich keine Klosterschule.

Weshalb sollte die dragqueen
denn nicht zeigen, was sie hat?
Und Madam Muslima nicht ihre keusche Hülle?
So wie sie sind, ist offenbar ihr eigner Wille.
Was treibt den Böses um, der sich deshalb Gedanken macht ...

Da lobe ich mir Friedrich II von Preußen,
schrieb eigenhändig 1740 diese Worte:

„Die Religionen Müßen alle Tolleriret werden
und Mus der Fiscal nuhr das Auge darauf haben,
das keine der anderen abruch Tuhe, den hier mus
ein jeder nach Seiner Faßon Selich werden.“

Zu Teutsch (Deutsch): „Die Religionen müssen alle toleriert werden;
der Fiskus muss nur ein Auge darauf haben,
das keine der anderen Abbruch tut, denn hier muss
ein jeder nach seiner Fasson selig werden.“

Wohl wahr! - Wohl wahr!
Doch leider offensichtlich
immer noch nicht -
und auch noch längst
nicht jedem klar!

*Der Niqab oder Nikab ist ein Gesichtsschleier, der von einigen muslimischen Frauen getragen wird. Dieser Schleier wird meistens in Verbindung mit einem Tschador oder einem anderen, zumeist schwarzen Gewand kombiniert. Je kleiner das Feld sichtbarer Haut um die Augen, desto mehr ähnelt der Niqab der Burka (Ganzkörperschleier). Eine *Dragqueen ist ein Mann, der in künstlerischer oder humoristischer Absicht durch Aussehen und Verhalten eine Frau darstellt. Quelle: Wikipedia. - Bei der Dragqueen auf dem Foto handelt es sich um Samuel Themer, der in New York als Sängerin 'Gilda Wabit' auf der Bühne steht. Dieses Gedicht basiert auf einem langen Artikel von Matthias Koch in der letzten Sonntagausgabe der Lübecker Nachrichten. Ich habe den interessanten Artikel zusammengefasst und ein Gedicht draus gemacht.

Veröffentlicht / Quelle: 
gestern, am 29.03.2017, abends, erstellt
Das Foto schoss Boubah Barry, Student in New York, U-Bahn-Nutzer und Hobbyfotograf, Gegensätze "ziehn sich an" ...

Interne Verweise

Kommentare

29. Mär 2017

Bertha Krause KEINE Dreck-Queen ist -
Weil sie das Putzen gern vergisst ...

LG Axel

29. Mär 2017

Dank, Axel, vielmals, Bertha is the Queen of smut:
She drags the dragqueen through the muddy mud.

Yours sincerely
Annelie

29. Mär 2017

Freue mich, dass du dich auf den Alten Fritz beziehst, den verehre (nicht nur ich) sehr. In New York bin ich schon im Frühling gewesen, da ist es wirklich bunt, was du da beschreibst, kann man inzwischen auch in Berlin oder Frankfurt am main erleben.
Liebe Grüße, Marie

29. Mär 2017

... und auch in London und auf Mauritius schon vor Jahren. Der Rest der Welt tut sich noch schwer.
Liebe Grüße
Soléa

29. Mär 2017

Danke, für deinen Kommentar, liebe Marie. Ich freue mich, dass du auch den Alten Fritz liebst - dachte er nicht fortschrittlich - bei diesem Vater, den er hatte! Oder möglicherweise gerade deshalb. Nur schade, dass er so viele Angriffskriege angezettelt hat, nur, um seine Männlichkeit zu beweisen. Ich weiß nicht, ob du "Körners endgültige Geschichte der Deutschen" kennst - sehr unterhaltsam, lustig, lehrreich und spannend. - Danke auch für den Tipp, dann brauche ich nicht erst nach New York zu fliegen, um auch mal so ein tolles Foto zu schießen.

Liebe Grüße
Annelie