Der Elefant

von Jürgen Wagner
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Als Hand, da nimmt er seine Nase
Von weitem riecht er die Oase
Er stapft durch Wälder und Savanne
Und seine Art, die gibt's schon lange!

Der Mann, der geht für sich alleine
Macht sich mit 12 schon auf die Beine
Die Frauen gehen mit den Kindern
Nur zur Paarung sie sich finden

Die Herden sind meist unterwegs
Eine Alte führt sie stets
Gerät mal jemand ins Verderben
Trauern sie bei jedem Sterben

Zwei große Zähne sind ihm eigen
Sein Elfenbein mag er wohl zeigen
Ist er in Not, kann er auch stoßen
In Schranken weisen j e d e n Großen

Die Nahrung ist nur vegetarisch
Am Tag, man nehme exemplarisch
Gräser, Blätter, auch mal Äste:
zweihundert Kilo, aber feste!

Trompeten mag er manchmal laut
Er hat auch eine eine dicke Haut
Doch fühlt er fein und miteinander
Und immer sind sie füreinander

Sie sprechen auch, doch nicht für uns
Mit Infraschall, das ist 'ne Kunst
Die keiner von uns je versteht
Doch über Kilometer geht

Uns Menschen nur hat er als Feind
Wenn unserereins mal Böses meint
Ist mit ihm freilich nicht zu spaßen
Sie können rennen, können rasen

Soll ER noch mit uns weiterleben
Dann sollten wir ihm etwas geben
Den Raum, die Nahrung, Schutz und Würde
Nur lebend ist er eine Zierde

2015-2016

Veröffentlicht / Quelle: 
Aus 'Die Würde der Tiere - Gedichte und Texte', Berlin 2015
Foto: © fishcat007 /fotolia

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Kommentare

Adelheid
20. Okt 2016

Auch späte Entdeckungen (wie dieses Gedicht) können beglückend sein!

Mögen die Elefanten diesem Autor, der ihnen einen so würdigenden, humorvollen und einfühlsamen Brief der Liebe geschrieben hat, von ihrer Kraft und Ruhe schenken! Doch bitte eine Elefantenportion: "Zweihundert Kilo, aber feste!"

20. Okt 2016

Danke!! Man braucht manchmal eine dicke Haut, um sich Feinfühligkeit leisten zu können. Vielleicht betreiben sie deshalb auch eine aufwändige Hautpflege, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Dabei wird gebadet, gesuhlt, massiert und der Körper mit Staub eingepudert, um die lästigen Parasiten in den Hautfalten loszuwerden. Auch ihren großen Appetit kann ich etwas nachvollziehen ... 'Von nix kommt nix' ... LG! JW