Das verräterische Herz

Bild von Alf Glocker
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Mein Herz wiegt abertausend Tonnen,
die Welt erstickt an ihrem falschen Frieden,
die Falschheit aalt sich froh in Wonnen
und uns ist höchstes Affenglück beschieden.

Ich bin umgeben von Intrigen, Feinde
scharen sich, ganz „unbemerkt“, zuhauf –
sie bilden eine wunderschöne Fangemeinde:
Im Osten geht die schwarze Sonne auf!

Die vielgepries’ne Liebe zeugt den Hass,
durch ganz absurde Formen, in die Zeit
Schon längst am Überlaufen ist das Fass.
Die Werbung sagt uns frech: „Es ist so weit!“

Du musst jetzt deinen Abgang akzeptieren,
denn and‘re sind jetzt scharf auf deinen Platz.
Dann wirst du mit mir den Verstand verlieren,
winseln: „Her damit, das Ende ist ein Schatz.“

Mein Herz bleibt davon jedoch unbenommen,
es irrt sich nicht und ist nur tonnenschwer –
und dort, am Himmel glänzt, verschwommen,
ein Bild von uns, doch völlig lebensleer!

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Kommentare

17. Jan 2021

Die Zeilen treffen inhaltsschwer -
geradeaus wie spitzer Speer.
Ich fühle mich selbst angesprochen
und wünschte mir, der Leser gäb' es mehr,
die ehrlich zu sich sind, betroffen -
es zeigt: Das Spiegelbild bleibt oftmals leer…

Dein Gedicht ist sowas von ehrlich! Ein Meisterwerk (für mich).

17. Jan 2021

Klingt sehr desillusioniert, um nicht zu sagen trost-(tröstungs-)los.

17. Jan 2021

Immer wieder interessant, welche unterschiedlichen Bilder und Emotionen beim Leser geweckt werden! Leider auch manchmal Missverständnisse, die nur der Autor auflösen kann, sofern das überhaupt wichtig ist…

Trostlosigkeit bedeutet für mich hilflos, ohn-mächtig,passiv sein – es geht vielleicht gerade noch ein Jammern…

In dem Gedicht sehe ich den gnadenlosen Blick auf die Trostlosigkeit der Falschheit, Verlogenheit, auch Selbsttäuschung, in uns und um uns herum. Dieser Blick trifft mich, lässt mich mich selber hinterfragen. Er rüttelt wach, stachelt auf. In den Worten spüre ich auch Wut, eine Portion Aggression, Anklage, Angriff, ja sogar Verachtung, vllcht sogar Rache, ohne sich oder etwas rächen zu müssen, weil sich das von selber erledigt...Darunter die bodenlose Traurigkeit, über das, was dieser Blick so gnadenlos offenlegt. Das „bewegt".

17. Jan 2021

Die schwarze Sonne geht nicht nur im Osten auf.
Dieses verkappte Runenspiel Alt- und Jungnationaler,
ist da, aber frei vom ZIEL !
Wad den EINEN Camelot, ist den ANDEREN die
Wewelsburg (bei Paderborn). Alles Ordensburgen !
HG Olaf

17. Jan 2021

Sehr trefflich vertextet lieber Alf - fast gerate ich in Versuchung deine Gedanken wieder einmal aufzunehmen und weiterzuverdichten... mal schauen!

LG Uschi

18. Jan 2021

...da bin ich gespannt liebe Uschi!
Mach ruhig (ist mir eine Ehre)

LG Alf

18. Jan 2021

Den Plan zu haben, von dem wie's ist -
auch ein tonnenschweres Herz ist Mist!
Doch die Welt, die reißen wir nicht mehr um,
der gierige Geier Mensch ist selber Schuld.

Liebe Grüße
Soléa