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Der beginnende Wahnsinn in 365 Schritten

Bild von Alf Glocker
Bibliothek

65. Schritt

Interpretationsfragen! Komm in die
Annalen deines Werdegangs
und befinde dich dort froh,
durch die Irrtümer eines Garten der Lüste?

Was sagen dir die inneren Stimmen?
„Es war alles umsonst?“ Oder:
„Der Weg war der Weg, weil der Weg
ganz einfach der Weg der Wege war?“

Was hast du getan? Du warst (!) –
integriert in ein Spiel der Äonen,
aus denen nichts herausführt,
es sei denn du wüsstest von nichts.

Dann bist du gesund und durchläufst
eine Strecke des Glücks, außer
man hat dich für eine Bestrafung
vorgesehen, weil du ZU einfältig warst.

Das wäre dann die normale Methode:
du bist eine Null mit Auszeichnung
und du wirst deiner Aufgabe „gerecht“.
Denn der Wahnsinn beherrscht alles!

*

66. Schritt

Der Schneefall im Herzen der Zeit
ignoriert die Belohnung der Leistungsträger –
außer man gibt sich mit Kleinigkeiten zufrieden,
während die Kleinigkeiten unter den Menschen
an Bedeutung gewinnen, indem sie
nichts weiter sind als nur Sand am Meer.

Sekunden sind Fallbeile –
Fallbeispiele für seltsame Begebenheiten,
die eine Form des Universums beschreiben,
in der die Logik des Betrachters nur
insofern etwas zu suchen hat, als man ihn
eventuell brauchen könnte um Erbsen zu zählen.

Eine Wiedergewinnung des Brauchbaren
ist uns einfach nicht möglich, wenn es einmal
vergangen in der Unendlichkeit treibt.
Denn sonst könnte man z.B. einfach sagen:
„Resi, wo bist du? Was geht dir gut?
Das Sein, das Gewesene oder wohin?“

Niemandsländer sind Naherholungsgebiete
und Friedhöfe sind Zeugnisse von „Daten“,
die, abrufbar, nicht nur in der Erinnerung
schlummern, sondern unwiderruflich da sind,
weil sie einmal mitten im Leben standen.
Es ist eine Hommage und auch sie ist Wahnsinn!

©Alf Glocker

Veröffentlicht / Quelle: 
Auf anderen Webseiten
Die Apotheose des Trinuit, Qquarell/digital

Interne Verweise

Kommentare

04. Mär 2015

Das Bild erscheint exorbitant!
(Auch der Text ist keine Schand...)
LG Axel