Transfer

von * noé *
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Auf den Wellenkämmen kräuselt
weißgeschäumt des Mond's Gesicht,
in den leisen Winden säuselt
Neptuns Wille in dem Licht.

Sanft bewegt die Wasserkraft
Leben wellengleich in Schüben,
in der Wolkendecke klafft
ein schmaler Spalt von hier nach drüben.

Leis' ist auch des Sandes Knistern,
Muscheln mondbeschienen ruh'n,
doch erfüllt ein Schemenflüstern
gnadenreich des Engels Tun.

Kaum berührt er mit den Sohlen
glanzgespülten Meeressaum,
will die Wesenheiten holen,
die sich ihm nun anvertrau'n.

In den Zeiten des Transfers
lässt Gott seine Engel eilen,
er gibt jedem seinen Vers,
jedem schreibt er eig'ne Zeilen.

Sanft bewegt im Mondeslicht
des dunklen Meeres weite Fläche
in stillen Wellen wogend sich -
als wenn ein Engel leise spräche.

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Kommentare

19. Jan 2015

Mondbeschienene Muscheln, das ist sehr romantisch, liebe N.

LG Alf

20. Jan 2015

Hätt' dies Gedicht fast überseh'n -
Wär schad' gewesen - ist sehr schön!
LG Axel