Wieder einmal

von Tilly Boesche-Zacharow
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Wieder einmal
bewegen wir uns
(Grausamkeit unserer Bestimmung)
auf dem schwankenden Seil unserer Liebe,
das gespannt ist
über dem Abgrund des Lebens.
Es reicht vom Tag unserer Begegnung
hinein bis in die Ewigkeit.
Es liegt an uns,
dieses Ziel zu erreichen.
So taste ich -
Seiltänzerin, mit vom Schicksal verbundenen Augen,
dich - die Balancierstange - in den Händen.
Wenn Du mir entgleitest,
einzige Auspendelung meines Seins,
trete ich fehl.
Tue ich den Fall
zurück ins Leben?
Für immer unerreichbar bliebe uns beiden
das über uns zitternde Seil unserer Liebe,
von dem wir fürchteten,
es könnte reißen.
Aber es hält -
nur wir können das Gleichgewicht verlieren
und verlieren unsere Liebe.
Unsere Liebe?
Nein, viel mehr!
Alle Liebe schlechthin!

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