Hauptsache etwas schreiben: „Süddeutsche Zeitung“ kritisiert Bob Dylan

03. April 2017
Süddeutsche Zeitung kritisiert Bob Dylan
Bob Dylan performs at Festival Internacional de Benicassim
Christian Bertrand / Shutterstock.com

„Bob Dylan nimmt Nobelpreis mit - und schweigt“ titelte gestern die „Süddeutsche Zeitung“ in Bezug auf die Abholung seines Literaturnobelpreises in Stockholm und das anschließende „Schweigen“ auf einem Konzert.

Auf der Thematik des Literaturnobelpreises wird nun schon seit Monaten herumgeritten, ohne dass irgendetwas Spektakuläres passiert wäre. Dylan hat seinen Preis angenommen, die Rede hat jemand anderes gehalten, er war unabkömmlich - er hat ihn verdient oder auch nicht ... aus allem wird eine Schlagzeile gemacht!

„Details wurden nicht bekannt. Auf die Frage, ob der 75-jährige US-Musiker nun endlich seinen Nobelpreis erhalten habe, antwortete Engdahl schlicht: Ja.“
Auszug: „Süddeutsche Zeitung“ - Artikel

Bob Dylan nun allerdings auch noch zu kritisieren (oder zumindest Kritik zu provozieren), weil er seinen Job macht - nämlich auf einem Konzert keine Dankesrede zu halten, sondern zu singen, sprengt die Grenzen des seriösen Journalismus.

„Am Abend spielte Dylan das erste von zwei in Stockholm angesetzten Konzerten - und verlor während seines zweistündigen Auftritts über Preis und Übergabe kein einziges Wort.“
Auszug: „Süddeutsche Zeitung“ - Artikel

Danke „Süddeutsche Zeitung“ - Sie befinden sich damit auf „Bild“-Niveau!

Kommentare

03. Apr 2017

Was hätte Dylan denn sagen sollen? Etwa: "Ich habe den Literaturpreis bekommen und angenommen?" Undenkbar ... mal ganz davon abgesehen, dass das eh jeder weiß. Und was hat eine Dankesrede auf einem Konzert zu suchen?

LG Annelie

03. Apr 2017

Wofür hat Dylan denn den Literaturpreis bekommen? Für das, was er kann. Wunderbare und ergreifende Lieder zu kreieren und sie mit Körper, Geist und Seele zu zelebrieren. Poesie in Wort und Ton. Und nun sein Konzert als Dankeschön an das Nobelpreiskommitee, stilvoller kann es doch nicht sein. Meine Hochachtung!
LG Monika

03. Apr 2017

Hallo Monika, die Konzerte in Stockholm hatten nichts mit dem Nobelpreis zu tun - sie waren schon lange angesetzt. Also gab es eher noch weniger Grund auf diesen Konzerten überhaupt irgendwas dazu zu sagen. LG

03. Apr 2017

Huch. Danke für die Info. Und dennoch finde ich das Verhalten von Bob Dylan in Ordnung.
LG Monika

03. Apr 2017

Jeder Mensch hat eine andere Meinung. Und das ist auch gut so ! Was sollte man sich auch großartig über dieses Thema unterhalten.
Bob Dylan`s Leistungen sind unstrittig ! Unverständlich sind, nach meiner Meinung, dafür einen Nobelpreis zu bekommen. Ich hätte mir bald einen Lachkrampf eingehandelt. Aber in der heutigen Zeit ist ja alles möglich.

LG
Alfred

03. Apr 2017

Es ist sehr erfreulich, dass das Bob Dylan für seine besonderen Songtexte die höchste Auszeichnung für Literatur, den Nobelpreis erhalten hat. Er ist der erste Songtextschreiber, dem diese Ehre zuteil wurde. Dass er den Preis annahm, sich dann zwei Wochen lang nicht bei dem Nobelkomitee meldete, nicht zur Verleihung erschien und am gleichen Abend in Stockholm ein Konzert gab, ohne ein Wort über die Verleihung zu sagen, das finde ich einfach nur arrogant. Das soll eine Zeitung mit Niveau durchaus kritisch bewerten dürfen. Wenn der Preis ihm so lästig ist - hätte er ihn ablehnen können.
LG Marie

03. Apr 2017

Hallo Marie, Dylan war erst jetzt in Stockholm. Die Nobelpreis-Verleihung war letztes Jahr. Dort hatte Dylan abgesagt. Es ging bei der Schlagzeile um nichts weiter, als dass Bob Dylan in Stockholm - bei längst geplanten Konzerten - war und bei der Gelegenheit seine Urkunde abgeholt hat. Dylan war bei der eigentlichen Verleihung nicht in Stockholm und sagte auch offiziell und mit Begründung ab. Als seine Vertretung kam Patti Smith - das ist nun wirklich nicht die schlechteste Vertretung. Die „Süddeutsche Zeitung" macht aus jedem Müll eine Schlagzeile - wie alle anderen Angehörigen der mittlerweile teilweise perversen Medienlandschaft. LG

03. Apr 2017

Hallo, Denis, ich habe mich nicht allzu ausführlich mit der Thematik befasst. Das mit dem "arrogant" war zu viel.Werde mir die Begründung, mit der er absagte, nochmal vornehmen.Ich lese die Süddeutsche unregelmäßig, finde aber immer noch, dass sie (und einige wenige andere Tageszeitungen) Niveau hat und sich deutlich von BILD abhebt. Wir haben eine freie Presse und brauchen sie auch. Schauen in die Türkei und sehen, was Pressezensur auf breiter Linie bewirkt. Ich lese regelmäßig die FR vom Wochenende und meine, die greift wichtige Themen auf die richtige Art auf. So hart wie du kann ich die Gesamtlage nicht einschätzen. Aber das macht doch nichts, in diesem Forum gibt es eine breite Vielfalt, und das ist gut so.
LG Marie

03. Apr 2017

Hallo Marie, sieh es einfach nicht als absolute Aburteilung - eher als Fingerzeig, nicht „abzuschmieren". Es ist verdammt schwer, sich wirklich auf das Niveau der „Bild" herabzulassen. Das macht es aber nicht besser, schreibt man einen Artikel, nur weil das Thema kontrovers diskutiert wird auf genau so eine Art und Weise. Ganz am Ende ist es einfach so: Dylan ist Dylan - seit immerhin 75 Jahren ... ich denke, es ist ihm völlig egal, was andere von ihm erwarten. Das ist in dem Alter auch richtig so und steht jedem zu.

03. Apr 2017

Hallo Marie, hallo Denis, ich kann Dylan gut verstehen; mir ist es mittlerweile auch völlig egal, was andere von mir denken, obwohl ich nicht 'berühmt' bin; aber ich kann auch Marie verstehen. Marie, weshalb Dylan so reagiert hat, wie er reagiert hat - sehr stoisch - kann Ursachen haben, die wir nicht ergründen können. Es gibt da so ein fernöstliches Sprichwort, das lautet in etwa: `'Hast du einer Welt Begeisterung (Freude, Zustimmung, Ehre) gewonnen, sei nicht erfreut darüber - es ist nichts! Hast du einer Welt Ablehnung erfahren, sei nicht betrübt darüber - es ist nichts. Vorüber gehn die Schmerzen und die Wonnen - geh an der Welt vorüber: Es ist nichts." - Möglicherweise will Dylan nichts weiter als seine Arbeit 'tun', alles andere ist ihm ziemlich schnurz. Kann ich verstehen.

Liebe Grüße euch beiden!
Annelie

03. Apr 2017

Du hast es gut ge- und erklärt, Annelie, und mir ist es auch "schnurze-piepe", was "Leute" von mir denken. Das fernöstliche Sprichwort ist sehr weise.
Liebe Grüße, Marie

04. Apr 2017

HÄTT' beim Konzert er über den Preis doziert -
Man hätt' geschrieben, er sei borniert ...

LG Axel

04. Apr 2017

Vielleicht hätt man sogar geschrieben, er, der Dylan wäre dumm,
das haut den besten Songwriter und Sänger um.

LG Annelie

02. Aug 2017

Man sollte einmal in den Akten über die Verleihung des Nobel-Preises, wie Nobels es formuliert hat, sich orientieren, welche Voraussetzung er damit meinte.
Über Bob Dylan s Leistungen möchte ich mich nicht auslassen. Die hat er sicherlich verdient, aber keinen NOBELPREIS !
Die Wissenschaftler die der Allgemeinheit gedient haben und etwas außergewöhnliches geleistet haben, müssten sich ja vor Scham in die Ecke drücken. Bob D. muss es selbst sehr peinlich gewesen sein, dass das Kommitee ihn für den Nobelpreis auserkoren hatte.
Für mich, ist es nach wie vor, unverständlich. Und dabei bleibe ich!

Neuen Kommentar schreiben

auch interessant
Bild von Schülern auf dem Weg in die Schule

Nicht nur für die Kinder stellt das Lernen in der Schule mitunter e…

Margith Schwebe

Der Roman, der erstmals 1866 veröffentlicht wurde, folgt dem Leben…

Selma Schreiber

Deutschland steckt im Mangel für Fachkräfte! Immer mehr Unternehmen…

Christian Unger
Bild von chinesischen Schriftzeichen

Die chinesische Sprache verändert ihre Bedeutung allein mit der Aus…

Luisa Tintenklecks